Weniger als 4 Monate übrig.

Sodele,

Inzwischen ist es fast März, die Zeit rast einfach nur dahin. Seit Beginn des Jahres hatten wir nun 8 Wochen Schule bis zu den nun lang ersehnten Winterferien, die jedoch ab morgen auch vorbei sind. Naja, in 3 Wochen haben wir Osterferien…

Inzwischen hatten wir unser Mittårsopphold (Halbjahresaufenthalt-Camp) und es sind noch eineige andere Dinge geschehen, ihr werdet es gleich sehen.

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Ende Januar, Anfang Februar war hier ein ziemlicher Sturm über ganz Norgwegen, weshalb wir von AFS eine E-mail bekamen in der ausdrücklich stand, dass wir uns von der Schule direkt nach Hause zu begeben haben und uns nicht draussen aufhalten sollen. Fand ich ziemlich witzig weils einfach supersüss bekümmert geschrieben war und man vom lesen echt Angst bekommen hätte können 😀

Ende Januar waren wir mit der Verwandtschaft von Pappa in Schweden, Åre, und haben waren dort Ski/Snowboardfahren und haben viel und gut gegessen!:) War ziemlich schwierig zu anfang, da die Piste die vom Hotel direkt runter an Lift führt teilweise viel zu flach ist, als dass man das mit Snowboard ohne abschnallen oder sich an einen Skifahrenden dranzuhängen schaffen konnte. Die anderen Pisten waren jedoch suupiii. Es war superschön mit der ganzen (bzw halben) Verwandtschaft dort zu sein und meine kleinen Schwestern, meine Cousins+Freundin waren in einem Apartment und die Erwachsenen in einem anderen. Anlass war der Geburtstag von meinem Opa.

Man muss sagen, dass es im Bezug auf soziales Leben mittlerweile steil, steil bergauf geht. Fühlt sich immer besser an unter Leuten zu sein mit denen man oft seine Zeit verbringt. Ausserdem merkt man wie es von Tag zu Tag heller und heller wird, was sich sehr positiv auf alles auswirkt, einfach ein bisschen Helligkeit und Sonne 🙂

Wie gesagt, jetzt waren 1 Woche Winterferien. Das erste Wochenende war ich mit einer Freundin auf ihrer Hütte, welche direkt an einer Skipiste liegt. Wir sind direkt nach der Schule los, weshalb wir beide ziemlich müde waren. Als wir dort waren und aufs Essen gewartet haben sind wir einfach vorm Ferseh eingepennt, bis uns die Mama geweckt hat:D Die Wochenendhütten sind ziemlich verschieden von Familie zu Familie, so gibt es von ohne Strom und fliessend Wasser (natürlich auch ohne gescheites Klo) total ab vom Schuss bis hin zur Luxushütte, die besser ist als der eigentliche Wohnsitz alle Variationen. Hier hatten wir alles was das Herz begehrt, worüber ich echt glücklich war, weil man nach 8 Wochen Schule dann halt auch ziemlich erschöpft ist.

Wieder zuhause habe ich geduscht und mich ein bisschen ausgeruht und abends sind wir essen und danach zu einer Freundin gegangen und haben Film geschaut. Vorher waren wir noch kurz Süssigkeiten einkaufen und ich habe mich in Hockey Pucker verliebt und ein paar Tage vorher herausgefunden dass es das als Dip mit nem Lolli gibt der nach gesalzenem Karamell schmeckt. Hockey Pucker gibts in verschiedenen Geschmacksrichtungen, müssten auch welche für normale Menschan dabei sein aber ich ess immer nur die mit gesalzenem Lakritz Geschmack, einfach der totale Wahnsinn. Man kann sich das ungefähr wie so Brauselutschbonbons vorstellen. Das ganze gibts dann auch als Pulver in so kleinen Dosen zu kaufen und ich glaube das ist das erste was ich vermissen werden, wenn ich wieder zurück bin 😀

In den nächsten Tagen war ich erst mit meinen kleinen Schwestern bei meinen Grosseltern und wir waren Skifahren und im Rockheim Museum in Trondheim. Danach habe ich mich viel mit Freunden getroffen und auch mit anderen Austauschschülern. Es ist immer ein richtig gutes Gefühl zu sehen, wie schnell man Freundschaften schliessen kann, wenn man in der selben Situation ist und wie herzlich wir alle miteinander umgehen, egal aus welcher Nation wir kommen, welche Sprache wir sprechen oder mit welcher Organisation wir hier sind.

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Die letzten Tage meiner Ferien war ich dann mit meiner Familie auf unserem kleinen Berghäuschen und wir habens uns da gemütlich gemacht mit Gesellschaftsspielen, Fernsehen (ja wir haben nach langer Familiendebatte dort jetzt n Fernseh :D) , Essen, Ski, Saune usw. Am Samstag sind wir dann auf eine längere Tour und da ich für die Osterferien schon mal üben muss bin ich Hundeschlitten gefahren mit meiner kleinen Schwester die im Sitz sass und die anderen waren auf Skiern unterwegs, wer Lust hatte mit einem Hund voran.

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Beim Hundeschlittenfahren hat man eine Sicherheitsleine ums Handgelenk die zu allererst dazu dient den Schlitten nicht zu verlieren wenn mal ein Problem auftritt und es ist so, dass sich das zuzieht sobal grösserer Zug drauf wirkt. Da nun der Anker nicht den Schlitten festgehalten hat und ich schon auf dem Weg nach vorne war und somit nicht mehr auf der Bremse stehen konnte wurde ich ein bisschen hinterhergeschleift 😀 Im Nachhinein gesehen muss es echt witzig ausgesehen haben, war aber ziemlich schmerzhaft, weil ich die Schlaufe vom Handgelenk abmachen wollte las ich gemerkt hab es ist zu spät, sich dann aber die schlaufe um meine halbe Hand und meine Finger rum zugezogen hat. War milde gesagt „ned so geil“.. Naja, da dort ja überall Schnee ist habe ich nachdem irgendjemand mal den Schlitten gestoppt hatte, meine Hand da reingesteckt und es hat einfach nur höllisch wehgetan. Als wir wieder zurück waren hab ich ein paar Dinge zusammengepackt und mein Papa ist mit mir ins Krankenhaus gefahren. Dort wurden wir auch gleich drangenommen und irgend so ein Mann hat sich das angeschaut und gesagt ok dann röntgen wir den Spass. Kein Problem, dann sind wir hoch und da haben schon zwei auf uns gewartet und in paar Minuten war der Spass erledigt. Dann sollten wir runter und warten bis die Chirurgin für uns Zeit hat. Ja, das war n Spass haha… Erst sass ich am Handy bis echt alles zu langweilig wurde, dann hab ich gelesen, dann hab ich geschlafen, dann hab ich mit meiner Schwester geskypet und dannn schliesslich war ich dran. Wir gingen rein, ich sollte erzählen was passiert ist, sie hat gesagt ne auf den Röntgenbildern sieht man nix, dann hat sie mir 2 Streifen Tape an meine Finger gemacht und wir waren in 4 min fertig. Ja, jetzt hab ich hier ne Rechnung von über 60 Euro liegen 😀

Abends hat mich mein Papa dann nach Hause gefahren, weil das ziemlich nah am Krankenhaus ist und ist dann zurück zu den anderen. Ich war einfach nur fertig. Und jetzt ist schon so gut wie die erste Schulwoche rum. Die Zeit rast einfach unglaublich!

Bis zum nächsten Eintrag 🙂

 

 

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Neues Jahr, neues Glück

So. Der ganz normale Alltag hier hat wieder angefangen. Das heisst fast, im Moment lieg ich krank zuhause.

Die Schule hat am 4. Januar gleich wieder angefangen. Ziemlich zu früh und das schlimme ist, dass wir 7 Wochen bis zu den nächssten Ferien haben:D
In der ersten Woche musste ich eine Präsentation über Reiseliteratur im 18. Jahrhundert halten und da ich nicht die allerbeste darin bin, mich in den Ferien hinzusetzen und das fertigzustellen hatte ich die Nacht davor ziemlich viel zu tun. Das gemeine an der ganzen Sache war, dass das gesamte Kapitel, das ich lesen sollte auf Nynorsk war und das zwar zu verstehen ist, jedoch manche Wörter sich so sehr unterscheiden, dass es ziemlich lange dauert sie herauszusuchen und zu verstehen. Ausserdem muss man dann alle Wörter die man benutzen will ‚übersetzen‘ um sie richtig in die Präsentation einzufügen aber ja.. Übung macht den Meister.

In der zweiten Woche hatten wir von AFS aus eine Arbeitswoche, in der wir irgendwo arbeiten mussten. Eigentlich war geplant, dass ich hoch in den Norden zu meinen Grosseltern reise und dort dann irgendwo arbeite, hat sich dann aber nicht so ergeben.
Naja, eine Woche im Kindergarten oder im Kleidungsgeschäft klingt jetzt nicht so verlockend, weshalb mein Papa mir  die Woche an der NTNU und bei SINTEF klargemacht hat. Die ersten 3 Tage war ich an der NTNU im Nahrungsmittelchemielabor und habe dort mit einer Bachelorstudentin verschiedene Versuche zur Löslichkeit von Proteinen im Lachs durchgeführt. Da ich absolut keine Ahnung von Chemie habe, hab ich natürlich null verstanden warum wir was genau machen, aber es hat Spass gemacht :D. Ziemlich anstrengend war das Stehen den ganzen Tag, aber das wars wert.

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Weihnachten, Ski und Silvester

Mal wieder ein sehr herzliches Heeeeeii aus Norwegen.

Weihnachten nicht zu Hause zu feiern ist ziemlich komisch, hat aber auf jeden Fall etwas spezielles und besonderes an sich dieses Fest bei einer anderen Familie zu verbringen, die einem inzwischen fast so sehr ans Herz gewachsen ist wie die eigene.

Am Tag vor Weihnachten (hier wortwörtlich übersetzt ‚der kleine Weihnachtsabend‘ genannt) haben wir uns abends alle zusammen in unser unteres Wohnzimmer gesetzt und gegessen. Ziemlich viel verschiedene Sachen. Was neu für mich war waren Schweinepfote, also wirklich die Pfote bzw das inner und nicht das Bein, und Rakfisk. Definition von Rakfisk ist laut tagesspiegel „Rakfisk ist eine fermentierte Forelle. In einer Salz- und Zucker-Lake eingelegt wird sie in Holzfässern zum Faulen gebracht und mindestens vier Monate kühl gelagert. “ Klingt jetzt erstmal ziemlich eklig, ist es aber nicht 😀
Mein Papa hat fast gekotxrt davon aber meine Mama und ich haben das munter gegessen. Schmeckt sehr ungewohnt aber muss man selbst probieren ob man das mag oder nicht.

Wenn wir schon beim Thema Essen sind; was ich noch probiert habe ist Lutefisk (übersetzt Laugenfisch) weiss leider nicht so genau wie genau oder was genau da hergestellt wird. Übrigens:  wenn man es googled kommt als dritter Beitrag „Das Viagra der Vikinger“haha. Da ich vorher ein Video von einem anderen Austauschschüler gesehen habe, wie er Lutefisk isst und es ihm, milde gesagt, nicht sehr gut schmeckt, war ich so ziemlich auf alles eklige der Welt eingestellt. Als ich dann probiert habe war ich ziemlich enttäuscht weils einfach nach nichts schmeckt …Nicht schlecht aber auch nicht besonders gut.

Gut, jetzt bin ich ein bisschen abgeschweift. Zurück zu Weihnachten. Wir sassen also alle zusammen haben gegessen, Film geschaut und geredet. Nachdem wir den ganzen Tag geputzt und geschmückt haben hatten wir uns das auch echt verdient. Von Zuhause bin ich es ja schon gewohnt, dass Weihnachten immer viel zu schnell und total unberechenbar ins Haus einbricht, sodass die letzten Tage davor ziemliche Hektik sein kann, jedoch kann ich euch beruhigen liebe deutsche Familie; wir sind nicht die einzigen und absolut nicht die schlimmsten.

Der Weihnachtsmorgen begann soweit ich mich erinnere mit einem gemeinsamen Frühstück. Meine Gastfamilie will mich nie wecken deswegen frühstücken sie meist vor mir 😀  Ausserdem waren unsere Socken gefüllt mit Schokolade und anderen Süssigkeiten.Um 1 haben wir dann das traditionelle Julegrøt gegessen. Ist eine Art Milchreis. Das spezielle hierbei ist, dass an Weihnachten bei einer Person eine Mandel drin ist, die dann einen Preis bekommt. Um den Spassfaktor ein bisschen zu erhöhen waren bei uns insgesamt 2 Mandeln unterwegs; sind aber beide bei Opa gelandet 😀

Um 5 gab es dann Ribbe (bruach ich glaub ich nicht übersetzen) und ich war danach so pappsatt dass ich den ganzen restlichen Tag nur noch ein Stück Kuchen geschafft hab. Danach gab es ruhiges Zusammensitzen und natürlich Geschenke. Um Himmels Willen soooo viele Geschenke.

Ich hab so viele schöne und nützliche Dinge bekommen, unglaublich!

Die Krönung kam fast zum Schluss: Irmi bekommt Ski. Langlaufski.:D Als Snowboarder erstmal etwas zum schlucken, vorallem weil ich es ein einziges Mal vorher ausprobiert habe hier und ich mich (noch) nicht so super wohl fühle auf Skiern und ich kein vom Himmel gefallener Meister bin, aber das wird sich jetzt ändern 😀

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Es war einfach ein so herzliches Beisammensein und ich kann nicht beschreiben wie sehr ich jeden Einzelnen dieser unglaublich wunderbaren Familie liebe.
Schnee hatten wir leider keinen hier an Weihnachten aber nach Weihnachten waren wir auf unserer Hütte und dort hatten wir mehr als genug Schnee. Mein Papa und meine Schwester haben mich unter ihre Fittiche genommen und mir ein bisschen beigebracht was das Thema Skilaufen angeht. Um meinen Papa zu zitieren „ich glaube das war das erste Mal dass ich dich annähernd sauer und genervt gesehen hab“ 😀 das lag aber weder an ihm noch an meiner Schwester sondern an mir selbst, weil ich das absolut nicht packe und es nicht ganz so lief wie ich es wollte aber gut, dafür übt man ja 😀

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Am einen Abend waren wir dann in der Sauna und danach im Schnee baden, einfach nur genial! Einen Tag habe ich auf dem Sofa geschlafen, nicht weil ich rausgeschmissen wurde sonder weil ich freiwillig aus der Kälte geflohen bin. Meine Schwester kann nur beim gefühlten absoluten Nullpunkt mit offenenm Fenster schlafen und ich hab es lieber gemütlich warm, also war die einzige Möglichkeit das Zimmer zu verlassen und auf dem Sofa zu schlafen.

Auf dem Weg nach Hause überlegten wir, was wir (bzw ich) als Nachtisch für Silvester machen könnten. Wir waren zu Freunden meiner Eltern eingeladen und waren für den Nachtisch zuständig. Schliesslich einigten wir uns auf Panna Cotta. Also sind wir durch einen Supermarkt gerannt und haben alles zusammengesammelt was man dafür braucht. Am Ende standen wir nur noch vor dem Problem, dass wir keine 14 gleichgrossen Förmchen hatten. Da das Ganze ja eine gewisse Zeit braucht um fest zu werden sollte man es eigentlich am Abend vorher zubereiten. In der Hoffnung das Förmchenproblem lösen zu können einigten wir uns darauf bis zum nächsten Morgen zu warten.

An Silvester sind wir dann bewaffnet mit einer Riesenschüssel Panna Cotta (Förmchen haben wir keine mehr besorgen können) und ganz vielen verschiedenen Beeren bewaffnet zu den Freunden meiner Eltern gefahren. Dort gab es zu erst ein bisschen Fingerfood und es wurde gemeinsam die Rede vom König angeschaut.
Danach gab es Essen. Wie immer viel zu viel und viel zu gut.

Bevor es Nachtisch gab fragte mich die Tochter,16, ob ich nicht Lust hätte mit ihr zu ihren Freunden zu gehen. Hab ich dann natürlich gemacht. Details lasse ich hier aus 😀 Es war aber eine sehr sehr angenehme, offene und freundliche Gruppe und es hat echt Spass gemacht ein Teil davon zu sein.

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Ja, das war die traurige Geschichte, weshalb ich nicht einen einzigen Löffel von meinem super Nachtisch abbekommen habe, weil die Schüssel bis aufs letzte leergekratzt wurde…

 

Insgesamt kann man sagen dass das ein seeeeeehr guter Start ins neue Jahr war und ich hier rund um zufrieden bin! 🙂

 

Bis bald!

 

 

Jetzt wirds Winter

Wie der Titel schon vermuten lässt geht es in diesem Beitrag ein bisschen um das Winterleben hier.

12194833_961603623903646_1362094025573814002_oAls aller erstes kann man mal sagen: Es ist verdammt noch mal viel zu dunkel!
Morgens wenn man aufsteht ist es dunkel und wenn man nach Hause kommt ist es dunkel. Das bisschen Sonne was uns hier eigentlich zusteht wird dann meist noch von den Wolken verdeckt, sodass wir hier nichts abbekommen. Und das macht müde. Einfach nur müde 😀

Jedesmal wenn ich dann nach der Schule noch was machen will muss ich mich echt zuasmmenreissen und irgendwoher mich motivieren. Aber gut „es wird ja bald wieder heller und heller“ ..

Hier kehrt langsam mehr und mehr Weihnachtsstimmung ein; Kerzen, Weihnachtsschmuck, Lichterketten, Weihnachtsmusik usw
Auf norwegisch gibt es das Wort ‚koselig‘, das man ungefähr mit gemütlich oder angenehm übersetzen kann, was es jedoch nicht ganz trifft. Diese Wort beschreibt jedenfalls sehr gut das Gefühl abends zusammenzusein oder heimzukommen ins warme Haus, sich eine Jogginghose anzuziehen, einen Tee machen und dann Fernseh schauen. Allgemein passt das Wort total zur Weihnachtszeit 😀

Vor zwei Wochen hatten wir wieder ein AFS Wochenende, diesmal aber nur mit den Schülern die in Nord-Trøndelag wohnen, das heisst eine kleine gemütliche Runde gemischt aus Kanada, Italien, Japan, Schweiz, Österreich, Belgien und Deutschland. Wir haben in einer ziemlich einfachen Hütte übernachtet = kein fliessend Wasser für 3 Tage. Aber ja, als fast ganz integrierte Leute machte uns das natüürlich nichts aus 😀

Am ersten Abend sind wir raus an eine Feuerstelle direkt an einem See und haben dort ein Lagerfeuer gemacht und gegessen. Die Erwachsenen sind irgenwann zurück in die Hütte aber wir Austauschschüler sind noch bis 3 draussen geblieben und haben geredet. Meine Lieblingschweizerin und ich sind dann auf die grandiose Idee gekommen in den See reinzugehen. Der Haken war, dass der See zugefroren war, aber das war kein Hindernis für uns. Nachdem wir unsre Kleider ausgezogen hatten sind wir hin und haben die Eisschicht zertreten, was ziemlich wehtat, weil es nicht so ganz dünn war und ziemlich scharf an den Kanten. Theoretisch häaten wir wirklich lange drinnen bleiben können weil am Körper war es eigentlich niocht so kalt, das einzige Problem waren die Füsse. Weil wir mit denen schon vorher auf eiskaltem Boden gestanden sind, das Eis zertreten und dann im Wasser noch rumgelaufen sind. Das schlimmste aber war dann der Weg zur Feuerstelle weil es soooo verdammt wehtut mit eingefrorenen Füssen über steinigen Boden zu laufen:D Den restliche Abend sassen wir unter einem wunderschön klarem Sternenhimmel mit Polarlichtern und Sternschnuppen. Besser hätte es echt nicht sein können.12244734_10200758538281182_1420326893359223474_o

Am einen Tag haben wir eine kleine Wandertour gemacht die sehr sehr schön war. Unterwegs haben wir unseren ersten norwegischen Schnee angefasst und einen miniSchneemann gebaut. Leider sind wir nicht lange auf der Spitze geblieben weil so ein arschkalter Wind gegangen ist, dass wir nichts machen konnten. Als ich von einigen Einzelbilder machte sind mir fast die Finger abgestorben und ich musste blind fotografieren, denn sobald ich meine Augen aufgemacht habe, haben die angefangen zu tränen, sodass ich rein gar nichts mehr gesehen habe. Aber gut 😀12219487_559043120911680_2439993457606528486_n11220457_559042987578360_4153925761333992672_n(1)

Abends waren wir wieder an der Feuerstelle. Dort haben wir so einen komsichen Vogel auseinenadernehmen müssen, den wir dann anschliessend gegessen haben. Ziemlich eklige Angelegenheit aber mit ziemlich hohem Spassfaktor 😀

Was ich sehr gut fand ist, dass ich dadurch dass die Schweiz und Österreich vertreten waren mal wieder Dialekt reden konnte ohne dass nach jedem zweiten Satz dein Gegenüber vor lachen fast vom Stuhl fällt 😀 Mir ist eigenlich selbst noch nie aufgefallen, dass mein Dialekt wirklich so komisch klingt aber unter Hochdeutschen kommt man sich dann halt wie der grösste Bauer vor haha

Mittlerweile ist es so, dass ich mich in der Schule richtig quälen muss die Augen aufzuhalten und nicht wegzunicken weil dieses künstliche Licht, die Dunkelheit und die ruhige Stimme von den Lehrern einfach nur fertig machen, egal wie lange man schläft. Das Fahrradfahren habe ich zum Grossteil aufgegeben weil es dann doch ziemlich anstrengend und ätzend ist zu fahren wenn vorherige Spuren festgefroren sind sodass man eigentlich nicht vorwärts kommt 😀

Heute habe ich echt ein bisschen Sonne gesehen, das ist so selten! Dadurch hatte ich den ganzen restlichen Tag prickelnde Laune und total viel Energie, auch wenns ungefähr nur 2 Minuten waren, aber ICH HAB SIE GESEHEN!

Okei, das war mal wieder ein minimaler, klitzekleiner Einblick in mein norwegisches Leben, der nächste folgt bestimmt bald. Hab ich zumindest vor…

 

 

AFS-Wochenende, komische Aktionen in Trondheim, OD-Tag usw

AFS Wochenende

Das AFS Wochenende war eine Pflichtveranstaltung für alle Schüler die in Norwegen sind und ging von einem Donnerstag bis Sonntag, d.h. keine Schule an den beiden Tagen, was für mich jedoch eigentlich kein Grund war zum feiern, da ich super gerne in die Schule gehe, einfach nur weil man hier Leute sieht, die man wirklich gern hat.

Trotz allem kann man sagen, dass das Wochenende ziemlich viel Spass mit sich gebracht hat und man viel über sich, über andere und über Norweger gelernt hat. Für mich schockierend war, dass die hochnäsigsten Kommentare immer von Deutschen Austauschschülern kamen. Wirft ein richtig gutes Bild auf Deutsche und Deutschland ab, ja…

Als wir mit dem Zug in Trondheim angekommen waren, wurden wir von Freiwilligen Helfern abgeholt und mussten samt überpackten Rucksäcken in die Stadt zum Treffpunkt laufen, wo schon alle anderen warteten.

Mitten auf dem Marktplatz wurde eine Aktion veranstaltet, bei der man sich einer fremden Person gegenübersetzt und ihr 1 Minute lang in die Augen schauen soll. So weit so gut, aber für eine der Austauschschülerinnen war es ein so extremes Gefühl, dass sie danach weinen musste.

Nach einigen Minuten warten ging es dann zu Fuss weiter zu irgendeiner Strassenbahnstation wo wir jeder einzelnd vorne reinmussten und alle einzeln bezahlen, bevor es endlich weiter ging. Das dauert entsprechend viel Zeit wenn man mit 35 Personen unterwegs ist. Endlich an der Endstation angekommen mussten wir noch ein ganzes Stück bergauf laufen um endlich an der Hütte anzukommen, was aber relativ gut ging weil man immer Leute hatte, mit denen man sich unterhalten konnte.

Das Wochenende vom Programm her ist nicht so viel passiert, jedenfalls nichts weltbewegendes und fast nichts was man auf vorherigen Veranstaltungen nicht auch schon gemacht hat.
Natürlich lernt man viele Schimpfwörter in allen möglichen Sprachen, was mir aber nicht so viel bringt, weil ich eh sofort alles wieder vergesse 😀 Was mich wirklich fasziniert hat war Japanisch, darauf bin ich gekommen, als ich ein Englisch-Japanisch Wörterbuch einer Austauschschülerin angeschaut habe. Sie haben mir dann gezeigt wie Japanisch aufgebaut ist, also dass sie keine Buchstaben sondern Silben aneinanderhängen und dass es 3 verschiedene Alphabete dort gibt. Ich habe auch gelernt meinen Namen (natürlich in abgewandelter vor, weil man ihn so wie er ist nicht auf Japanisch schreiben kann) und auch andere kleine Worte und Sätze zu schreiben und auszusprechen.
Leider habe ich alle meine Zettel dort vergessen, aber ich habe schon Bescheid gegeben, dass ich das nächste mal wenn wir uns sehen einen neuen Japanischkurs brauche 😀

Letzte Woche hatten wir einen Tag, an dem alle freiwillig arbeiten gehen konnten um Geld zu sammeln für einen guten Zweck (ist schwer zu erklären auf Deutsch :D) und man konnte angeben ob man mitmacht oder nicht und ob man selbst einen Job findet oder ob man Hilfe braucht. Ja gut, die Hilfe hab ich dankend angenommen und bekam Bescheid in einem betreuten Wohnheim hier in der Nähe zu arbeiten. Alles kein Problem für mich, aber als wir dort ankamen sagte man einfach nur ’neee wir wissen nix davon, dass jemand herkommen soll und wir haben auch nix für dich zu tun‘

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Schlussendlich sind wir dann in ein anderes Wohnheim geschickt worden und dort lief alles gut. 🙂

Achja, hier hat man des öfteren mit Lehrern Einzelgespräche in denen über alles gesprochen wird, da ich eigentlich keine Probleme hatte hat meine Klassenlehrerin mir eben einige Sachen zum weiteren Ablauf des Jahres erklärt und dann am Ende gemeint ‚Ach ja, R.(Mathelehrer) hat hier 3 Anmerkungen gemacht, dass du zu spät warst‘ und ich dachte schon oh je keine 3 Monate hier und schon gibts Stress in der Schule wegen meiner nicht ganz so überragenden Pünktlichkeit, aber falsch gedacht. Sie hat einfach nur gelacht und gemeint den kann man sowieso nicht ernst nehmen, weil der bei jedem der auch nur eine Sekunde zu spät ist gleich das meldet 😀

Also nochmal Glück gehabt.

Halloween im Ausland, gutes Stichwort.
Da Halloween auf Samstag fiel und ich Sonntag morgens fit in der Halle stehen sollte entschied ich mich dazu nicht zu der Halloweenparty zu gehen die von der Abschlussstufe organisiert worden war, sondern auf ne kleine Privathausparty.

Den Samstag verbrachte ich damit aufzuräumen und eigentlich wollte ich nach Trondheim ein paar Leute treffen aber das hat sich nicht ergeben. Irgendwann kam eine Nachricht in meiner Basketballgruppe, dass noch Mitfahrgelegenheiten frei wären um ein Spiel der Nidaros Jets in Trondheim anzuschauen. Also nichts wie hin da. Da der Captain von Trondheim Geburtstag hatte liefen während den ersten 2 Vierteln Zettel durch die Zuschauerreihen, dass wir nach der Halbzeit alle zusammen für ihn singen und dass alle bitte drinnen bleiben sollen. Als dann in der Pause die Mannschaften in ihren Kabinen waren, wurden überall Luftballons verteilt ein riiiieeeesiger Kuchen reingebracht und wir sollten Plakate halten.

(Der Tisch der da steht das ist der Kuchen und ich bin beim ‚TU‘ :D)

Als ich dann endlich zuhause war, habe ich erst einmal was essen müssen bevor mich meine Mama dann zu meiner Freundin gefahren hat. Dort wurde ich mit einem betrunkenen, überschwänglichem ‚Irmiiiiiiiii du bist hiiiier, oh mein gooooooottt‘ empfangen, da das ganze dort schon ium 6 oder so angefangen hatte.

Das ungewohnte war dass es ein ziemlich offenes Haus war und die Eltern oben im Wohnzimmer ferngesehen haben während sich ihr Kind mit seinen Freunden unten lautstark betrinkt, aber coole Sache 😀

Thema Backen. Oh mein Gott, ich liebe es. Ich würde einfach jeden Tag backen aber dann wären es noch mehr Kilos die ich danach wieder runterkriegen muss und ausserdem würde das ein sehr teurer Spass sein für meine Gastfamilie. Jedoch kann ich euch diese zwei mega perfekt gelungenen Sachen nicht vorenthalten.

Hier habe ich ganz normale Brownies gemacht und danach noch eine Schicht Weisse Schokolade – Mandel -Mix draufgehauen und zum Schluss noch mit (natürlich selbsthergestellte) Karamellstückchen verziert.

Hier haben wir Oreos in Kekse hinengebacken und ihr könnt mir glauben, wenn die warm aus dem Ofen kommen und man reinbeisst, die Weise schicht vom Oreokeks rausfliesst und man noch n Glas Milch dazu hat, das ist unübertrefflich. Da krieg ich Hunger wenn ich nur dran denke (Ok, eigentlich hab ich auch ohne dran zu denken immer Hunger :D)

So das war wieder bissle was zum lesen

bis daaaannn cuties

Endlich mal wieder ein neuer Eintrag

Um ehrlich zu sein, ich hätte zwar die Zeit gehabt für jede Woche einen Eintrag zu schreiben, bin aber zu faul und nutze die Zeit lieber zum Mittagschlaf halten oder Essen 😀

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Ich bin jetzt bald 3 Monate hier und die Zeit vergeht einfach so rasend schnell, das ist echt unglaublich.
Viele fragen mich: ‚Was vermisst du am meisten aus Deutschland?‘ oder sowas wie ‚Vermisst du deine Familie nicht?‘
Um ehrlich zu sein: ich vermisse gar nichts (ausser ordentliche Pizza aber das kann man ja überleben). Das können viele nicht verstehen, ich selbst auch nicht, aber ich glaube dass ich nicht die einzige Austauschschülerin der es so geht.

In der 8. Woche hier hatten wir endlich Ferien.

Der Montag war der Start in die Herbstferien. Ich bin mit meinem Papa und meiner kleinen Schwester in die Stadt gefahren um dort bei der Bank alles für mich abzuklären und die Brille meiner kleinen Schwester beim Optiker zu holen. Danach stand zur Wahl, dass wir heimgehen oder in der Stadt bleiben solange Pappa zum Zahnarzt geht und meine kleine Schwestert entschied, dass wir bleiben. Also sind wir durch die Stadt gebummelt und in alle möglichen Läden herein. Was ich richtig, richtig super finde ist, dass es hier einen kleinen Laden gibt, der einfach geniales Backzubehör verkauft, was man in Deutschland als normaler Hobbybackbegeisterter teilweise gar nicht bekommt. Einfach ein Paradies für mich!

Danach haben wir uns in ein Kaffee gesetzt und eine heisse Schokolade getrunken.
Abends bin ich rausgegangen, weil wir endlich mal klaren Himmel hatte und habe mich am Sternefotografieren versucht. Gar nicht so einfach, vorallem weil ich kein Stativ hier habe und es verdammt windig war und hier sehr viel Umgebungslicht von den Häusern und Strassenlaternen ist. Als ich fast erfroren meine Sachen gepackt habe um nach Hause zu gehen begann am Horizont plötzlich ein ganz schwaches weisses etwas über den Himmel zu tanzen. Polarlichter!
Seit hunderttausendfünfhundertvierundachzig Jahren ungefähr wünsche ich mir Polarlichter einmal zu sehen und seit ich hier war habe ich immer nur voller Neid gesehen, wie Austauschschüler Bilder von Polarlichtern gepostet haben und selbst nichts anderes als Wolken gesehen habe.
Ich war so fasziniert davon, dass ich erstmal nur regungslos dastand und das weisse etwas beobachtete, wie es grösser und kleiner wird, sich windet und verschwindet und wiederkommt. Dass ist so atemberaubend schön! Es wirkt so unreal, wenn man dasteht und überraschend Polarlichter auftauchen. Später sind sie ein bisschen grün geworden, die Kamera hat sie als ziemlich grün detektiert.

Total erfroren aber glücklicher als je zuvor ging ich nach Hause, aẞ etwas und legte mich ins Bett und laẞ ein bisschen in meinem neuen Buch ‘Das Schicksal ist ein mieser Verräter’ auf norwegisch 😀 Es ist ziemlich gut, ein Buch zu lesen, das man schon vorher gelesen hat, weil man die Worte, die man nicht versteht sich aus dem Zusammenhang erschliessen kann.

Für Dienstag hatte ich mich mit einigen anderen Austauschschülern in Trondeheim verabredet. Vorher wollte ich noch kurz ein bisschen Geld vom Automaten holen, das Problem war aber, dass ich die Reihenfolge der Zahlen nicht mehr genau wusste und an dem Automat dann keine Versuche mehr hatte 😀 Naja, da ich noch genügend Geld für die Fahrt hatte, machte das nichts. In Trondheim angekommen, war es ziemlich schwierig den Treffpunkt zu finden, da die einzige Beschreibung die ich bekam ‘there’s like a big statue right next to a shopping center’ und ‘The statue is in the center of the city you have to accross the bridge and walk maybe 15 min ! It’s a statue in the center of a place !’ war.
Ja gut, was fängt man mit so viel genauer Information auf einmal an 😀 Dank google Maps, einer Nachricht in der der Name einer Bushaltestelle in der Nähe stand und Lilli bin ich dann gut angekommen, auch wenn ich ungefähr durch die ganze Stadt gelaufen bin ohne einen Plan zu haben wo ich mich befinde und wo genau ich hinmuss…

Wir hatten einen sehr, sehr schönen Tag, auch wenn wir nur 5 waren und es war gut sich persönlich mit Leuten austauschen zu können, die in der gleichen Situation sind wie man selbst.

Um meine ‘andere’ norwegische Familie mal wieder zu sehen, habe ich sie am Mittwoch besucht. Wir haben im Garten die schon total verotteten Pflaumen aufgesammelt und das mit sooo viel Enthusiasmus, unglaublich. 😀

Danach gab es Essen, typisch norwegisch natürlich mexikanisch. Das Gericht habe ich noch nie vorher gesehen geschweige denn davon gehört, liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich nicht so viel Wissen über mexikanisches Essen habe.. Später haben wir kleine Chocolate Lava Cakes gebacken, die einfach nur perfekt gelungen sind!

Abends habe ich mit einem Freund noch eine kleine Tour gemacht und wir hatten extrem viel Glück, denn der Himmel war übersät mit extrem hellen und wunderschönen, tanzenden Lichtern.

Zuhause setzte ich mich raus auf den Balkon um das weiter zu beobachten, meine Eltern setzten sich jedoch rein und schauten Fernseh, was ich absolut nicht nachvollziehen kann. Ich meine, da sind so krasse Lichter am Himmel, das ist sooo faszinierend und sie setzen sich rein, als wäre nichts 😀

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Für Donnerstag war geplant, dass wir nachdem das Haus aufgeräumt, mein Pappa von der Arbeit daheim ist und alles gerichtet ist zu unserer Hütte fahren. Das ist ziemlich typisch norwegisch und es gibt Familien, die jedes Wochenende in ihr kleines Cottage in den Bergen fahren. Bevor es jedoch losging hatte ich ewig Zeit und so entschloss ich mich, noch ein paar Kekse zu backen. Da ich nicht extra einkaufen gehen wollte, nutzte ich nur Zutaten, die wir sowieso zuhause hatten und am Ende kamen Apfel-Sesam-Kekse mit Schokostückchen heraus, die supergut gelungen sind.

Abends fuhren wir dann, jedoch weiss ich nicht wie lange, weil ich wie immer geschlafen habe.
Die Hütte war irgendwo in den Bergen und soooo schön! So ein kleines rotes Häuschen mit weissen Festerrahmen, einfach nur süss.

Ungewohnt war, dass wir kein fliessend Wasser hatten (Elektrizität war zum Glück vorhanden :D). So musste Trinkwasser selbst mitgebracht werden und Waschwasser konnte man aus einem kleinen ‘See’ holen der fast direkt nebendran war.

Freitag morgens nach dem Frühstück richteten wir uns alle für eine kleine Wanderung. Die Hunde wurden in den Hänger gepackt und wir fuhren an die Grenze zu Schweden, wo wir unser Auto abstellten und loszogen. Der Boden war den ganzen Weg über nur aus Moos, was zwar ziemlich angenehm war zu Beginn. Wenn man dann aber wieder auf festen Boden zurückkommt feiert der ganze Körper 😀 Als wir oben auf dem Berg angekommen waren, machten wir ein kleines Lagerfeuer, grillten Würstchen und Marshmallows mit Schokolade und tranken Tee/Kaffee.
Auf dem Nachhauseweg stand plötzlich eine Rentierherde neben der Strasse und wir hielten natürlich an, damit ich Fotos machen konnte. Den Abend liessen wir ruhig ausklingen. Am nächsten Abend, nachdem wir den ganzen Tag gearbeitet hatten, ging es ab in die Sauna und danach mit einem Eimer Wasser und einer Pumpe mit einem Duschkopf raus in die Kälte um zu duschen. Das war eigentlich richtig, richtig cool einfach draussen in der Kälte zu stehen aber trotzdem nicht zu frieren weil das Duschwasser schön warm ist. Das ganze ist zwar ziemlich unluxuriös aber für das Wochenende hats gereicht und wassersparend war es allemal. Nebenbei hatte man natürlich noch einen wunderschönen Ausblick in die Berge und die Landschaft drum herum und weil die Hütte eben weit abgelegen ist, kann man da halt mal kurz rumspazieren ohne was anzuhaben 😀 Gewöhnungsbedürftig für verklemmte Deutsche aber alles machbar

Die Wochen danach habe ich leider nicht jeden Tag aufgeschrieben was ich gemacht habe und das alles jetzt noch zu wissen scheint fast unmöglich. Eigentlich war es der ganz normale Schulalltag, nach der Schule heim oder zu Freunden, abends Training usw. An den Wochenenden hatte ich Spiele oder war in Trondheim um andere Austauschschüler zu treffen oder habe was mit Freunden oder der Familie gemacht. Achja, Stichwort Freunde.

Ich glaube die ersten 2 Monate kann man sehr gut als Einlebungs- und SichSelbstInEinemNeuenLandWiederfindenPhase bezeichnen. Man lernt unzählige Leute kennen hört tausend Namen, sieht millionen Gesichter und kann sich am Ende doch nur die Namen merken von den Leuten die im unmittelbaren Umfeld sind. Man kann sie alle als Bekannte bezeichnen aber das Wort Freund hat eine zu starke Bedeutung. Nach den 2 Monaten fing es an, dass ich nicht mehr viele neue Gesichter in der Schule gesehen habe und dass nun endgültig die Routine im Alltag ist. Ab da hiess es: Freunde finden. Das heisst in näheren Kontakt mit den Personen kommen, über tiefsinnigere Sachen als nur den normalen Smalltalk reden und jemanden zu fnden, dem man wirklich vertraut und der für dich da ist und versucht dich zu verstehen. Aber auch das lässt sich alles machem und ich habe ein paar die ich als echte Freunde bezeichnen würde. Das man wirklich akzeptiert ist, merkt man daran dass einfach hässliche Snaps z.B. während man am Backen ist von einem gemacht werden(natürlich die von unten damit man das Doppelkinn gut sieht)  und in die liebe weite Welt geschickt werden 😀
Noch immer sind alle nett und aufgeschlossen, oft sitzt man nur still daneben, weil jetzt dieser Fokus ‚DIE NEUE‘ zum Glück weg ist und sie sich eben über alle möglichen Neuigkeiten austauschen zu denen man nicht viel sagen kann. Ich persönlich finde es nicht schlimm weil es zwar einerseits aufregend war als alle irgenwas wissen wollten aber andererseits mag ich diese Ruhe wenn man das Gefühl hat nicht mehr nur als die Austauschschülerin, die man mit besonderer Beachtung behandeln muss, angesehen wird sondern dass man eben jetzt zyum Schulalltag dazugehört. Ausserdem habe ich, wenn ich dabei sitze und die anderen sich über den und den süssen Typen oder diiee Neuigkeit unterhalten nicht dass Gefühl ausgeschlossen zu sein auch wenn ich nichts oder nicht viel dazu sage und es wird mir auch nicht das Gefühl gegeben, dass ich komplett fehl am Platz bin.

Das schönste an den Schultagen ist, wenn einem Leute auf dem Flur begegnen, mit denen man eigentlich wenig zu tun hat die einem aber mir einem fetten Grinsen ein supersüsses ‚Hei!‘ schenken, auch wenns eine echt unwichtige, kleine Geste ist, das gehört zu meinen Lieblingssachen in der Schule.

Mit meiner Familie geht es steil bergauf, meine kleinen Schwestern und ich gehören jetzt wirklich zusammen und wir verhalten uns auch wie Schwestern zueinandern 😀 Meinen Eltern kann ich alles anvertrauen und mit ihnen über alles reden, wenn mal wieder irgendetwas in Deutschland oder sonst wo passiert ist, über das ich reden möchte, sie übernehmen den Job von meinen besten Freunden, grossen Geschwistern und Eltern in Deutschland auf einmal. Aber wir reden um Gotteswillen nicht nur ernst miteinandern, wir haben so viel Spass miteinandern und lachen so viel, das ist echt unglaublich. Es fühlt sich so gut an endlich ein richtiger Teil der Familie zu sein und ich bin so dankbar dass ich diese wunderbare kleine Familie als MEINE Familie bezeichnen kann.

Ein wirklich witziges Ereignis war, als ich in der Schule errzählt habe, dass ich meine ersten Rentiere gesehen habe. Da hat mich doch wirklich eine gefragt ob wir ernsthaft keine Rentiere in Deutschland haben und als ich ihr dann erklärt hab, dass wir auch keine Elche haben ist sie aus allen Wolken gefallen und hat gefragt ob wir dann überhaupt an den Weohnachtsmann glauben wenn wir keine Rentiere haben 😀 Das kam so unerwartet und war gleichzeitig so süss! Ein ander mal habe ich mich mit einer über das Essen unterhalten und als ich gefragt habe dass wir eigentlich nciht so viel Fisch essen hat sich mich ganz entsetzt gefragt wo in aller Welt wir dann die Omega 3 Fettsäuren herbekommen und wie wir das machen ohne Fisch 😀

Naja ein ander Mal ging es in Mathe bei irgendeiner Aufgabe darum irgendeine Wahrscheinlichkeit auszurechenn wofür man die Einwohnerzahl von Norwegen brauchte. Fragt mich nicht wieso, aber ich war der felsenfesten überzeugung dass hier 20 Millionen Menschen leben und als ich meine Banknachbarin gefragt hab ‚wie viele seid ihr denn eigentlich, 20 Millionen?‘ Hat sie mich total entsetzt angeschaut und einfach nur Neeeeiii gesagt 😀 Naja am Ende habe ich dann feststellen müssen dass hier nur 5 Millionen leben. Upsi.

Zum ‚Partyleben‘ in Norwegen. Es sind ganz einfache Unterschiede festzustellen.

In Deutschland fängt der Grossteil der Partys so gegen 10 an, hier ist um 10 schon der Höhepunkt vorbei 😀
Die Trinkgewohnheiten sind echt gewöhnungsbedürftig, die Norweger trinken alles pur und mixen alles, aber wirklich alles zusammen…
Gekotzt wird natürlich auch, aber nicht wie es sich gejhört ins Klo oder draussen in einen Busch, sondern ganz spontan dahin wo man sich gerade befindet 😀
Alkohol, kenn dein Limit? – Welches Limit? Die meisten die trinken, schiessen sich einfach nur raus ausm Leben, jedesmal. Den Umgang mit Alkohol müssen einige noch lernen…
BeerPong mit 3 Bechern (wtf) 😀
Das waren jetzt nur einige Unterschiede, aber glaubt mir, nicht die einzigen 😀

Inzwischen ist es vor 5 einfach nur dunkel ist, ich glaube das wird das grösste Problem für mich werden mit der Dunkelheit klarzukommen, auch wenn man mir die ganze Zeit sagt, dass ja jetzt die Sonne noch eeeecht lange da ist 😀 merk ich leider als Süddeutsche ned so viel von. Der Rest ist aber einfach nur wunderbar und ich kann mich über nichts beklagen!

Soo das sind ein paar Eindrücke der letzten Wochen und dem Leben hier, mehr wird kommen, hoffentlich in einem etwas kürzeren Abstand

Bis daaaannn

Woche 7

Ich glaube wenn ich jeden Tag ganz ausführlich beschreibe, wird es ziemlich langweilig, weil normale Schultage eben nicht viel interessantes bieten. Die abendliche Serienstunde brauche ich glaube ich auch nicht mehr zu erwähnen, diese Woche habe ich jedoch zum ersten Mal eine Serie auf dänisch mit norwegischem Untertitel angeschaut, was ziemlich verwirrend war weil ich von Dänisch oft zwischendrin Worte gehört habe, die man als Deutscher ohne Norwegischkenntnisse auch versteht, aber gleichzeitig norwegisch gelesen habe sodass es ein ziemliches Sprachchaos in meinem Kopf gab 😀

Deshalb beginne ich die Woche 7 mit der Zeit nach der Schule.
Wir haben ziemlich viele Äpfel im Garten gehabt, die von den Nachbarskindern schon immer heimlich geklaut wurden und die alle verbraucht werden mussten und weil ich Zeit und Lust hatte machte ich mich daran einen leckeren Kuchen daraus zu machen. Dank Chefkoch.de gibt es ja die Möglichkeit sich ein passendes Rezept mit entsprechend guter Bewertung herauszusuchen. Weil meine Familie Apfelkuchen liebt, kam der ziemlich gut an!

Abends hatte ich Training und wir hatten einen Gast-Trainer aus Oslo, der uns auch am Dienstag trainierte und uns viel Neues beibrachte. Es ist gar nicht so einfach das alles zu verstehen, weil viele ‘Fachbegriffe’ verwendet werden, die ich so im Alltag nicht verwende und nicht höre, aber das ging relativ gut, weil die Mädels es mir immer noch einmal auf einfach-Norwegisch erklärt haben.

Am Dienstag ging ich eine Stunde früher in die Schule, da wir im Deutschunterricht am Montag Rotkäppchen als Rollenspiel eingeübt hatten und sie es am Dienstag vorspielen sollten. Normalerweise gehe ich nur in den Deutschunterricht, wenn ich Freistunden habe und nicht Dienstags, wenn ich eine Stunde länger schlafen kann…
Es war sehr, sehr unterhaltsam zu sehen, wie die anderen Gruppen das vorspielten und ich habe gemerkt, dass viele Norweger ein ziemliches Problem mit den deutschen Buchstaben o, u,ä,ö,ü haben, da ein geschriebenes o hier wie ein u ausgesprochen wird ein u wie ein ü usw. Aber im Allgemeinen ist das Level hier ziemlich hoch und in den Lehrbüchern sind zum Teil Texte, mit denen sogar Deutsche Schüler heillos überfordert wären. Oft lernen sie hier auch Wörter die kein Mensch jemals benutzen würde. So z.B. hatten wir einen Text über facebook (verfasst von einer Deutschen, wahrscheinlich für facebook zu alten Frau) und dort kamen Sätze vor wie ‘mein Grossvater versucht sich mit allen meinen Freunden anzukumpeln’. Vielleicht liegt es auch nur an meinem Sprachwortschatz aber ich habe den Ausdrcuk ‘ankumpeln’ noch nie gehört, vorallem nicht im Zusammenhang mit facebook 😀

In Sport spielten wir Fussball, wobei ich ziemlich schlechte Karten hatte, weil ich absolut nicht dazu geboren bin Fussball zu spielen und es fast unmöglich ist schlechter als ich Fussball zu spielen.

Im Norwegischunterricht danach mussten wir unsere Gruppenarbeit vorstellen und weil ich schon nicht dabei geholfen hatte die Texte zu schreiben, habe ich einen Text vorgetragen, was ziemlich komisch war, weil ich eigentlich nie laut lese und die geschriebene Sprache sich doch ein wenig von der Alltagssprache unterscheidet.
Nach den 4 Stunden ging es endlich heim und nach dem Mittagessen entschied ich, dass es ein guter Zeitpunkt für ein wenig Energietanken war. Ich glaube das war der beste Mittagschlaf seit langem und es tat so unglaublich gut, weil ich mich hier wirklich mit der Müdigkeit quäle 😀

Mal wieder zu spät startete der Mittwoch mit einer Mathearbeit. Die war eigentlich relativ einfach, aber ich hatte mir das eine Thema nicht noch einmal angeschaut, sodass ich leider bei der einen Aufgabe keinen blassen Schimmer hatte, was ich machen sollte. Ich glaube Mittwoch ist der langweiligste Tag der Woche denn ich habe 3 Stunden frei zwischendrin und irgendwann weiss man einfach nicht mehr was man mit der vielen Zeit eigentlich anfangen soll..

Den Nachmittag über klatschte ich mich aufs Sofa und schaute irgendwelche Backsendungen oder Serien, weil ich zu unmotiviert war irgendetwas zu machen. Abends ging ich eine Runde joggen mit einem der ‘Welpen’ (sind eigentlich noch Welpen aber für mich zu gross um Welpe genannt zu werden :D) und fuhr danach mit meiner Mamma mal wieder nach Levanger für ein kleines Treffen mit den AFSern, diesmal aber zu einer nach Hause und wir waren nur 3.
Nach ein bisschen Tee und etwas kleinem zu Essen, machten sich die Erwachsenen daran zu planen wir unsere Tour (in ein paar Wochen) ablaufen sollte und wir Austauschschüler setzten uns in eine Art Wintergarten mit einem extrem schönen Ausblick, auch wenn es draussen schon ziemlich dunkel war.

Da ich es liebe zu sehen wie die Norweger leben und wie unterschiedlich die Häuser gestaltet und eingerichtet sind habe ich gefragt, ob ich mir das Haus ansehen dürfte. Das durfte ich natürlich, jedoch sagte eine Austauschschülerin aus Belgien, dass das richtig typisch deutsch wäre. Ist mir noch nie als typisch-deutsche Eigenschaft aufgefallen, dass man das Haus sehen will in dem man sich befindet, aber anscheinend sind wir Deutschen so 😀

Wir waren eine Kanadierin, eine Belgierin und ich und redeten über alles mögliche. Komisch daran war jedoch, dass es uns allen drei so ging, dass manche Sätze wie ‘ich weiss nicht’ ‘was hast du gesagt?’ ‘ja ich verstehe’ oder ‘ja, aber..’ einfach aus Gewohnheit auf Norwegisch kamen, ohne dass es einem selbst auffiel, aber es war ziemlich lustig.
Die Belgierin erklärte mir gleich, dass sie Deutsche hasst einfach nur aus dem Grund, weil sie die sch**ss Grammatik 5 Jahre lang lernen musste, aber ich sei ganz in Ordnung (soviel zum Thema Vorurteile und Offenheit gegenüber anderen):D

Die Kanadierin erzählte, dass sie seit sie hier ist viel weniger esse, nicht weil sie abnehmen will, sondern weil sie nicht hungrig ist. Ich war richtig geschockt, weil ich ungefähr das 10-fache essen, von dem was in Deutschland für mich ‘normal’ war. In Deutschland habe ich nicht gefrühstückt und auch sonst nicht so viel gegessen und eigentlich so gut wie keine Schokolade oder andere Süssigkeiten gegessen und wenn ich hier nicht frühstücken würde, würde ich glaub ich richtig am Rad drehen 😀

Am Freitag war hier ‘Sprachtag’, d.h. wir hatten keinen Unterricht sondern verbrachten den Tag mit der gewählten Sprache. Da ich keine gewählte Sprache habe, sondern nur aus Langweile in den Deutschunterricht gehe, war ich bei einer der Deutschgruppen dabei. Zu Beginn war ein Treffen aller Schüler die eine Sprache haben in einem grossen Raum, ein Teil meiner Klasse (unter anderem auch ich) hat aber nicht mehr reingepasst weil der Raum hoffnungslos überfüllt war. Also sind wir zurück ins Klassenzimmer und haben uns den Film von den Schülern, die gerade Studienfahrt machen angeschaut. Wir haben uns natürlich den Film aus Berlin angesehen. Danach hatten wir zwei Stunden Zeit um irgendetwas vorzubereiten für eine grosse ‘show’ danach. Meine Klasse teilte sich auf in eine Gruppe, die Rotkäppchen mit einem Puppentheater spielte, ein paar, die die Lieder ‘Lieblingsmensch’ und ‘Auf anderen Wegen’ 1vorbereiteten und der Rest, mit dem ich einen kurzen Informationsfilm auf deutsch über die Schule anfertigte.

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Anschliessend gab es an verschiedenen Stationen zu den Sprachen für das Land jeweils typisches Essen, von den Schülern der Essens-/Kochlinie vorbereitet. Man muss sagen, dass eigentlich das Essen aller Länder gut war ausser das Deutsche 😀 Sie haben versucht Bratwürste im Brötchen auf Sauerkraut zu machen und um es nett auszudrücken kann man nur sagen, dass der Versuch nix war…

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Während die Schüler also an die verschiedenen Stationen gegnagen sind, sich informiert haben und das Essen probiert haben, sass ich neben dem Deutschen Essen und hatte die Aufgabe mir anzuhören wie sich alle an deutschen Zungenbrechern verscuhten und ich musste dann ein OK in eine Art ‘Laufzettel’ eintragen, am Ende wurden unter allen abgegebenen Zetteln, die an allen Stationen ein OK bekommen haben Preise verlost. Viele wollten, dass ich zeige wie man sie richtig ausspricht, aber ich bin absolut kein König in der Aussprache von Zungenbrechern, sodass die meisten Norweger das besser machten als ich :D.

Zu der Show, bei der alle Klassen zeigten, was sie vorbereitet hatten, will ich nicht allzu viel sagen, weil sich das ganze ziemlich lang hingezogen hat und dadurch etwas langweilig wurde. Was jedoch erwähnt werden muss ist, dass die Mädels, die die deutschen Lieder gesungen haben, sooooooo schön gesungen haben, ich wäre fast geschmolzen 😀

Damit war der Schultag vorbei und es ging ab in die høstferie!

Samstag morgens um viel zu früh ging es ab nach Røros mit meiner grossen kleinen Schwester, den Hunden und meinen Eltern, weil diese dort einen Hundekurs hatten. Wir sind einfach nur mit weil wir Lust hatten und weil ich jede Möglichkeit herumzukommen nutzen möchte.
Nach ich weiss nicht wie viel Stunden Fahrt, in denen ich wie immer schlief, waren wir schliesslich dort. Meine Mamma hatte mich vorgewarnt, dass es ziemlich kalt sein würde, aber wenn man nur drüber redet ist es etwas anderes, als wenn man es dann auch wirklich fühlt :D.Bei ganzen 3 Grad, dafür aber mit super viel Sonne gingen wir also los um Røros zu erkunden.‘

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Die Stadt ist sehr, sehr schön, vorallem weil hier so viele verschiedenfarbige Häuser in ‘allen’ Grössen von ganz klein bis mittelgross vorhanden sind und es so eine gemütliche Ausstrahlung hat. Nach einer kleinen Tour entschieden wir uns zurück in das Hotel zu gehen, in dem der Kurs stattfand um unse in bisschen aufzuwärmen. Weil wir so zuckersüsse Mädels sind haben wir dann sogar kostenlos Kaba bekommen 😛 Da wir ungefähr tausend Stunden herumzubringen hatte, wollten wir nicht wieder direkt raus in die Kälte und liessen uns an der Rezeption Karten geben und meine Schwester zeigte mir alle möglichen Kartenspiele. Nach einer weiteren Stadtrunde in der wir in einem Cafe eine Kleinigkeit gegessen haben ging es ab ins Museum, in dem wir die einzigen Besucher waren und um 15:10 herausgebeten wurden. Notgedrungen mussten wir uns Softeis kaufen, um ein bisschen Zeit zu vertreiben und in allen möglichen Läden herumstöbern, bevor wir uns wieder in die Lobby des Hotels bequemten.

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Am Sonntag fuhren wire in kleines Stückchen an einen Ort, wo ein Hunderennen stattfand. Da Hunde die Welt meiner Eltern sind, war es ziemlich cool mitzuerleben wie das hier so abgeht. Weiss nicht wie ich das hier beschreiben soll, muss wahrscheinlich jeder selbst erleben um sic hein Bild davon machen zu können. Zurück zuhause packte mich mal wieder die Lust zum backen, also probierte ich mch mal wieder an einem neuen Rezept, was ziemlich gut geklappt hat. Abends war eine Freundin da und wir schauten gemeinsam TV.
Fazit nach Woche 7: es wird nicht schlechter, eher besser 😀

Woche 6

So nach einer etwas längeren Pause kommt hier meine Woche6 🙂

Diese Woche ist ziemlich viel passiert, obwohl sie mit einem ziemlich langweiligen Montag begonnen hat. Die normale Routine: Schule, essen, Basketball, Volleyball, TV, schlafen.

Am Dienstag bin ich zu einer Freundin gegangen und wir haben Smoothies gemacht und uns über alles mögliche unterhalten. Da sie am nächsten Tag aber eine Mathearbeit geschrieben hat und ich Physik, war ich nicht so lange drüben. Jedoch habe ich einen Blick in ihre Matheunterlagen geworfen, was sehr interessant war, da das Mathelevel ungefähr dem der 8. oder 9. Klasse bei uns entspricht. Wie ich schon einmal erwähnt habe gibt es hier mehrere Schwierigkeitsstufen bei manchen Kursen, aber dass die Unterschiede in der gleichen Jahrgangsstufe SO verschieden sind hätte ich nicht erwartet. Aber gut, wenn ich weiss, dass ich im späteren Berufsleben nichts machen werde, bei dem ich kompliziertes Mathe brauche, reicht das völlig aus.

Für Mittwoch hatte ich mich mit meiner Kontaktfamilien-Schwester verabredet. Wie immer stellte sich die Frage ‘was machen wir?’. Aber wir fanden recht schnell eine Lösung: ein kleiner Spaziergang in einen Wald wo noch kleine Bunker von den Deutschen übrig sind, die gegen Ende des zweiten Weltkrieges nach Stjørdal gekommen sind. Mit den genauen Details muss ich mich noch befassen, weil man so gut wie nichts darüber im Internet findet und es ziemlich kompliziert ist Kriegsgeschichten auf norwegisch zu verstehen.
Dort habe ich auch einen alten Mann getroffen, der zu der Zeit als die Deutschen gekommen sind auch hier war und es alles miterlebt hat, jedoch war nicht viel Zeit zum reden.

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Danach entschieden wir uns einen Zitronenkuchen zu backen, mussten aber erst einmal einkaufen gehen. Da hier aber eigentlich überall ein Supermarkt in der Nähe ist, war das kein Problem. Das Problem war eher, dass wir uns nicht an alles gehalten haben, was im Rezept stand und der Kuchen zwar gut, aber das Topping viel zu flüssig und alles etwas zu süss war. Naja, wieder etwas dazugelernt 😀

Um die Zeit, die man zwischendrin warten muss (backen, abkühlen lassen etc) zu überbrücken, entschlossen wir uns dazu Frozen auf norwegisch anzuschauen. Mir ist noch nie vorher aufgefallen wie viel Norwegen eigentlich in dem Film steckt, von den Namen über das Aussehen der Figuren bis hin zur Landschaft ist eigentlich alles norwegisch. (Hier ein kleiner Gruss an Laura <3)

Nachdem wir von dem nicht so gelugenen aber trotzdem leckeren Kuchen gegessen hatten, war es auch schon Zeit für mich heimzugehen. Und nach der abendlichen Serie zuhause bin ich gleich ins Bett.

Am Donnerstag packte mich (nach ganz langer Zeit :D) mal wieder die Backlust und weil wir unendlich viele Pflaumen zuhause hatten, entschied ich mich dazu einen Pflaumenkuchen zu backen. Es war ziemlich mühselige Arbeit die ganzen Pflaumen auseinanderzunehmen, aber es hat sich gelohnt! Ich glaube mein Austauschjahr macht mich zum Back-Profi.

Witzig war auch, dass mich abends eine Freundin angeschrieben hat mit: ‘Irmi was bedeutet ‘Sieg heil’?’
Ihre Frage kam, weil ein Klassenkamerad das unter einem Instagrampost von ihr kommentiert hatte, Aber wie erklärt man das auf norwegisch? 😀

Es ist hier aber ganz normal, dass sobald jemand (vorwiegend Jungs) erfährt, dass man aus Deutschland kommt, etwas kommt wie ‘Sieg heil’ ‘Heil Hitler’ usw. Das krasseste was ich gehört habe war ‘alle Juden müssen sterben’.
Das meint natürlich niemand ernst und es ist sehr schwarzer Humor, aber als deutscher Austauschschüler sollte man darauf vorbereitet sein 😀

Nach einem ziemlich für mich nutzlosen Volleyballtraining und einer Episode House of Cards war auch dieser Tag vorbei.

Der Schultag am Freitag verlief recht unspektakulär, ausser dass mir bewusst wurde wie schwer es für nicht-Deutsche ist das Wort ‘Streichhölzer’ richtig auszusprechen :D. Abends ging es dann mit mehreren Naturwissenschaftskursen von der Schule mit 2 Bussen los nach Trondheim an die NTNU (Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet, was so viel bedeutet wie ‘Technisch-Naturwissenschaftliche Universität Norwegens’). Das ist die zweitgrösste Universität in Norwegen und die wichtigste für Naturwissenschaften. Dort wurde für die Schüler einiger im Umkreis liegenden Schulen eine ‘researchers night’ organisiert mit ein paar Vorträgen zu allen möglichen Themen und vielen Ständen mit Versuchen und Information.


Unter anderem war dort auch ein Stand vom Astronauten Kevin Ford, der dort Fragen beantwortete Essen und Trinken dabei hatte, wie man es auf der Raumstation hat und auch viele weitere interessante Dinge an seinem Stand hatte. Als ich mit ihm redete, stellte sich heraus, dass er Alexander Gerst sehr gut kennt, was ich ziemlich lustig fand, denn ich bin in Norwegen und treffe einen amerikanischen Astronauten der Verbindung zu meiner Heimatstadt hat 😀

An einer anderen Station war die Lebensmittelchemie und sie hatten Wasser mit den vier Grundbausteinen (süss, sauer, bitter, scharf) gemischt, jeweils nur ein ganz kleines bisschen in einem Becher und ein Becher nur mit Wasser gefüllt. Man sollte alle probieren und herausschmecken, was was ist. Das war gar nicht so einfach da man es fast nicht schmecken konnte.

Es gab auch einen Stand an dem man Schnecken, Seetang und andere komische kleine Viecher essen konnte und das haben wir dann auch gleich mal gemacht 😀 gar nicht so schlecht eigentlich.

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Wieder wo anders, konnte man mit einem kleinen Roboter reden und ihm Befehle wie ‘tanze’ o.ä geben, der war richtig süss!

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Es gab noch etliche andere Stände an denen man alles mögliche ausprobieren und lernen konnte, wenn ich aber hier alles aufführe wird es ein bisschen viel und langweilig.
Zum Abschluss des Abends gab es eine Auslosung der Eintrittskarten (eine Freundin hat ein iPad mini gewonnen) und ein Feuerwerk, organisiert und durchgeführt von der Uni-eigenen Pyrogruppe.

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Um halb 1 war ich dann endlich im Bett mit der Aussicht auf weniger als 7 Stunden Schlaf, da ich um halb 9 in der Sporthalle sein musste.

Hier war das ganze Wochenende über der GjensidigeCup, an dem auch meine Mannschaft teilnahm. Ich konnte leider nur am Samstag dabei sein, weil ich am Freitag mit der Schule weg war und sonntags zum Volleyballspiel mitwollte.

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Der Cup startete für mich also am Samstag mit einem Spiel, bei dem ich gleich relativ viel spielen durfte und 2 Treffer erlangte (Applaus bitte). Die Zeit bis zum nächsten Spiel überbrückten wir mit Essen und Erzählen. Die Mädels in meinem Team sind supernett und es ist kein Problem als ‘Neue’ dazuzukommen. Nach den zwei gewonnenen Spielen hatten wir eine ziemlich lange Pause, in der wir in die Stadt uns etwas zu essen und Süssigkeiten besorgen gegangen sind.

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Nach der Pause war ich dran, am Schiedsrichterpult die Zeit zu nehmen und die Punkte an der Anzeigetafel anzuzeigen, was ziemlich anstrengend ist, weil man die ganze Zeit sehr konzentriert sein mus sum nichts falsch zu machen. Währenddessen kamen freiwillige Helfer die Essen an die Schiedsrichterhelfer verteilten und fragten uns irgendetwas. Für mich war es aber unmöglich alles zu verstehen ohne etwas vom Spiel zu verpassen, sodass zum Glück eine Freundin eingriff und das ganze für mich managte. Danach hatte ich wieder eine ziemlich lange Pause, die jedoch schnell vorbeiging weil ich das Spiel unserer Damenmannschaft anschaute und mich mit den anderen unterhielt.

Nach 10 Stunden ausser Haus kam ich schliesslich nach einem sehr schönen Basketball-Tag nach Hause. Es gab das super-norwegische Samstagsessen: Nachos und hinterher wieder den ultimativen Samstags-Süssigkeiten-Wahnsinn.

Die Abfahrt am Sonntag war auf 08:45 abgemacht, jedoch bekam ich um 08:25 einen Anruf, wo ich denn bleibe, weil sie schon am Abfahrtspunkt stehen…. Naja, ich habe also alles noch anstehende in Windeseile hinter mich gebracht und meine Mama gebeten mich kurz dort hinzubringen weil die Zeit nicht gereicht hätte mit dem Fahrrad zu fahren. Nach ungefähr 1 ½ h Fahrt waren wir endlich in Steinkjer, wo der Volleyballcup stattfand. Dort war ich als Linienrichter eingeteilt bevor wir unser erstes Spiel hatte, was zwar nicht schwierig war, jedoch wurde mir das vorher nicht gesagt und ich hatte keine Ahnung von Volleyballregeln und Handzeichen. Allgemein war ich ziemlich mies vorbereitet, weil auch im Training nur die ‘Stammmannschaft’ gut trainiert wurde und nur ihnen die Aufstellung usw. erklärt wurde, aber gut. Da wir nur 6 Spieler waren am Sonntag mussten alle die ganze Zeit spielen und es herrschte irgendwie nicht so die prickelnde Laune im Team und es ga bein ziemliches Chaos auf dem Feld, weil ich nciht die einzige war die die verschiedenen Aufstellungen absolut nicht checkte. Wir haben beide Spiele verloren, aber zum Schluss hat es relativ gut geklappt und wir hatten Spas sund das ist die Hauptsache J

Nach 1 ½ Stunden Heimfahrt in einem alten Volvo mit verdammt bequemen Sitzen ging es eine ¾ in die selbe Richtung aus der wir gerade gekommen waren zum Geburtstag meiner Tante.
Auf der Autofahrt schlief ich und versuchte ein bisschen Energie zu tanken was jedoch kläglich scheiterte 😀

Meine Tante hatte uns in ein Restaurant eingeladen, es war ein alter Bahnhof, in dem ein italienisches Restaurant war und ich fand es sehr, sehr schön gestaltet. Hier habe ich festgestellt, dass es in der Verwandtschaft liegt, dass alle bildhübsch und total herzlich sind. Nach einem extrem guten Essen, es gab Lamm mit Kartoffeln (die irgendwie speziell zubereitet waren, ich kann aber nicht beschreiben wie) und Rotkohl und einen superleckeren Zitronen-Erdbeer-Nachtisch.

Nach der abendlichen Serienstunde war damit meine Woche 6 beendet.
Es ist einfach so perfekt hier zu sein und Teil dieser unglaublich lieben Familie sein zu dürfen!

Woche 5

Viel zu spät kämpfe ich mich aus dem Bett, versuche meine Morgenroutine 3 mal so schnell hinter mich zu bringen und fahre mal wieder viel zu spät, um nicht ganz abgehetzt in der Schule anzukommen, los.
Zum Schultag gibt es nicht viel zu erzählen.

Abends gehe ich zu erst ins Basketball- und danach ins Volleyballtraining, was zwar anstrengend ist, aber trotzdem Riesenspass macht.

Im Basketball fragte mich meine Trainerin, ob ich nicht Lust hätte bei Spielen dabei zu sein und sagte mir, ich solle ihr meine Daten schicken, dass sie meine Spielerlizenz beantragen kann.
Ich bin sehr froh darüber und auch schon gespannt wie es ist, mit einer Mädchenmannschaft Spiele zu haben. 🙂

Auf dem Weg ins Volleyballtraining stand plötzlich am Wegesrand ein Elch, mein erster norwegischer Elch! Ich bin jedes mal aufs neue fasziniert wie riesig diese Tiere einfach sind und was für eine ruhige und geheimnisvolle Ausstrahlung sie haben.

Dienstag ist der kürzeste Tag der Woche, worüber ich mich eigentlich in\mmer freue, aber dismal mussten wir Cooper Test laufen… Ich weiss nicht, wozu man das eigentlich macht, den ich habe in meinem Leben bisher vielleicht 1 oder 2 Personen getroffen, die es mögen.
Ich jedenfalls, bevorzuge joggen mit Sinn, z.B. mit einem Hund, einer Freundin oder einfach durch die Landschaft und nicht unnötig im Kreis zu rennen 😀

Abends sind wir nach Levanger gefahren, da wir dort mit den anderen AFSern, deren Gastfamilien und Kontaktfamilien ein Treffen hatten. Es war sehr cool, die anderen wieder zu sehen, da ich mich mite in paar in Oslo schon sehr gut verstanden habe.
Ich bin mit meiner Mamma und meiner kleinen Schwester dort hingefahren, waren jedoch zu spät da das Hotel einen anderen Namen aussen dran stehen hat, als der, der uns mitgeteilt wurde 😀
Endlich im Hotel standen schon alle Austauschschüler vorne in einer Reihe und waren mitten in einer kleinen Vorstellrunde für die Eltern. Ich habe mich schnell dazugestellt und als letzte dann auch noch kurz etwas erzählt.

Dann sind die Erwachsenen in einen anderen Raum und wir wurden uns selbst überlassen. Es war sehr, sehr unterhaltsam von den anderen zu hören was sie über Norwegen und die Menschen hier denken.
Die Italiener haben sich als erstes drüber ausgelassen, dass das was die Norweger ‘Pizza’ nennen, garantiert keine Pizza ist 😀 (Hier ist der Boden super dick und es wird alles, aber wirklich alles draufgehauen. Ausserdem ist die Pizza oft sehr unsalzig)
Danach hatten wir es darüber, dass viele Norweger bei 16 Grad mit T-shirt und sobald es mehr als 18 Grad hat sogar mit Shorts aus dem Haus gehen, während wir Austauschschüler schon fast unsere Wintermäntel auspacken müssen und frieren.

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Ich habe jedoch auch gesehen, dass ich hier richtig viel Glück habe, denn drei von ihnen sind zusammen in einer Klasse, sodass die Norweger nicht mit ihnen reden, weil sie denken, die Austauschschüler haben ja sich gegenseitig. So lernt man natürlich längst nicht so schnell norwegisch, wie wenn man sich den ganzen Tag auf Norwegisch verständigen muss. Wir haben hier auch eine Japanerin, für die es besonders schwer ist die Sprache zu lernen, da es zwei komplett verschiedene Welten sind. Es ist aber auch sehr interessant die Unterschiede zwischen den verschiedensten internationalen Schulsystemen kennenzulernen und mehr darüber zu erfahren.

In der Einladung zu dem Treffen hiess es, dass es um 19:30 Pizza und trinnken geben soll. Wir waren alle, alle sehr hungrig und es kam auch dann um 20:15 Uhr die Pizza, jedoch wurde der Rest weggenommen, als jeder ein Stück gegessen hatte…
Nach einer Weile wurde jedoch noch eine Pizza nachgeliefert und ich habe mir natürlich gleich ein Stück geschnappt, bevor es zu spät war, weil ich verdammt hungrig war 😀

Nach dem Treffen bin ich mit meiner Kontaktfamilie heimgefahren, da meine Mamma schon früher heim musste. Es war ziemlich schwierig wieder auf Norwegisch umzusteigen wenn man den ganzen Abend lang nur Englisch geredet hat, ebenso wie es schwierig war ins Englisch wieder reinzukommen. Beim unterhalten mit den anderen sind mir oft zwischendurch norwegische Sätze herausgerutscht, weil ich es so gewohnt bin z.B. wenn man etwas akkustisch nicht verstanden hat oder wenn man sich über etwas wundert. Aber auch mitten in den Sätzen sind mir weder die englischen noch die deutschen Worte für das, was ich sagen wollte eingefallen.. ziemlich komisch das Gefühl.

Einmal im Jahr ist hier Aktivitätstag, an dem alle Klassen irgendwo hingehen. Meine Klasse ist mit ein paar anderen Klassen nach Skatval gefahren und haben eine kleine Wanderung auf den Forbordsfjellet gemacht.
Eigentlich war geplant, dass die Klassen jeweils eine 1x1m Karte aus allen Dingen die in der Natur zu finden sind machen sollten, aber es war viel zu kalt oben, so dass wir nach ungefähr einer halben Stunde alle wieder runter gelaufen sind.

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Unten angekommen hatten wir eine kleine Pause bevor die Lehrer mit viel zu viel Enthusiasmus versuchten uns Begeisterung für die Challenge zu vermitteln.
Und wahrscheinlich kennt das jeder, dass der Grossteil dann erst recht keinen Bock mehr hat 😀 Unsere Karte bestand au sein paar Blättern etwas Moos und Steinen und war nach 3 Minuten fertig. Andere haben sich total ins Zeug gelegt, als ob ihre Zukunft davon abhängen würde ..

‘2STI kann zum Bus gehen’ (natürlich auf norwegisch) waren dann schliesslich die erlösenden Worte und der Ausflugstag war vorbei.

Am Abend zuvor hatte ich mich mit meiner Kontaktfamilien-schwester verabredet um am Nachmittag etwas zu tun zu haben. Ich war früher vom Ausflugstag zurück als geplant, wollte aber nicht noch mal nach Hause, sodas ich eben ein bisschen in deren Garten gewartet hab bis jemand kommt. Das war aber kein Problem weil ich noch Essen und Trinken hatte und es nicht ganz so kalt war.

Drinnen haben wir erst einmal bequeme Kleidung angezogen und uns dann dran gemacht Zimtschnecken zu backen. Zwischendurch mussten wir warten bis der Teig gegangen war. Diese Zeit haben wir genutzt um uns aufs Sofa zu legen und Big Bang Theory anzuschauen ( ziemlich ungewohnt, wenn die Englisch reden und nicht Deutsch :D) und aufs Essen zu warten.

In den Familien, die ich bisher kennengelernt habe ist es üblicher, dass der Vater das Essen macht als die Mutter. Meist sind die auch die besseren Köche und machen das gerne.
Es gab ein indisches Gericht, für mich ungewohnt scharf, weil ich in Deutschland eigentlich nicht scharf esse, aber es war sehr lecker.

Nachdem der Teig gegangen war, verarbeiteten wir das ganze dann zu Schnecken und steckten diese in Ofen.

Die Wartezeit überbrückten wir mit einer Runde Walking Dead. Für mich ist es bei den englischen Filmen mittlerweile fast einfacher den norwegischen Text zu lesen, als das Englisch zu hören weil mein Englisch seitdem ich nur noch Norwegisch reden ziemlich gelitten hat.

Unsere Zimtschnecken waren der absolute Wahnsinn. Richtig, richtig gut!

Als ich abends in Jogginghose und bequemem Pullover ins Haus komme stehen plötzlich meine Grosseltern vor mir. Na toll, ein super erster Eindruck 😀
Aber ich habe dann geduscht und mich schnell salonfähig angezogen und sie richtig kennengelernt. Man kann sie als die Warmherzigkeit in Person beschreiben, wie meine ganze Familie.

Später, als sie weg waren und meine kleinen Schwestern im Bett lagen habe ich mich noch mit etwas zu Essen und meinen Eltern aufs Sofa gesetzt und die abendliche Episode House of Cards angeschaut. (Manchmal ist es auch Vikings, das wechselt sich immer ab)

Zu meinen Eltern habe ich ein sehr gutes Verhältnis und ich kann mit ihnen über alles reden. Für mich ist es sehr wichtig, dass man sich viel erzählt und weiss, dass man jemanden hat der da ist für einen.

Donnerstag: die Tage bis zum Wochenende sind gezählt! Der Schultag bringt nicht so viel interessantes, eher im Gegenteil… in IT erklärt der Lehrer eine Stunde lang verschiedene Zeichentools die man benutzen kann, um eine Katze zu malen. Das eigentliche Ziel ist, die Katze nach links und rechts zu bewegen, aber die Katze muss ja auch perfekt sein 😀

Der Freitag verlief relative unspektakulär, darüber gibt es nichts neues zu erzählen.

Samstagmorgen bin ich total übernächtigt aufgewacht, weil ich nicht sehr gut schlafen konnte und habe nur meine kleine Schwester vorgefunden, die dann aber auch bald gegangen ist.. Ich hatte keine Ahnung wo meine ganze Familie hin ist,was sich aber nach einem Anruf dann schnell geklärt hatte 😀

Um die Zeit zu vertreiben hab ich mich hingesetzt und mal wieder nach langer Zeit Klavier gespielt. Man kann aber nicht unendlich lange spielen, also habe ich eine Folge Elementary angeschaut und mich ein bisschen ausgeruht.
Irgendwann kamen meine Grosseltern, aber nicht lange, da sie das Fussballspiel von meiner Schwester anschauen wollten. Da ich nicht wusste, was ich mit der Zeit anfangen soll, habe ich die Küche durchsucht nach eventuellen Zutaten für ein leckeres Gebäck und entschied mich für Sesamtaler.

Nachdem ich die Butter und den Zucker zusammengerührt hatte, habe ich (wie wahrscheinlich jeder der backt) ein bisschen genascht und mit entsetzen festgestellt, dass ich aus Versehen salzige Butter verwendet habe 😀

Naja, nach einer Rettungsaktion bemerkte ich dass wir auch keine Milch mehr haben, sondern es nur der leere Karton war der im Kühlschrank steht.

Okay, was tut man dann? Warum nicht mal versuchen ob das ganze mit Orangensaft genauso gut geht..

Im Endeffekt habe ich nichts so gemacht, wie es im Rezept steht, sondern alles komplett anders (nicht nur die Mengenangaben, sondern auch die Zutaten). Aber es sind die bestene Kekse herausgekommen, die ich jemals gebacken habe. Meine Familie war so begeistert, dass der Grossteil ziemlich schnell weg war und sie die Kekse zu Weihnachten wieder haben wollen 😀

Samstag ist hier der ultimative Süssigkeitenwahnsinn los. Nach dem gemeinsamen warmen ‘Abendessen’ knallen wir uns voll mit Zuckerzeug.
Meine Familie isst unter der Woche so gut wie keine Süssigkeiten und holt dieses Defizit ausschweifend am Wochenende nach. Es gibt von Schokolade, Gummibärchen und Kaubonbons 130923049327 verschiedene Sorten, dazu Cola und ausgewählte Chipssorten. Dabei wird irgendeine norwegische Sendung angeschaut. Aber in Gesellschaft gemeinsam fett zu werden fühlt sich gleich viel besser an 😀

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Am Sonntag sind wir für eine kleine Wandertour irgendwo hin gefahren (ich kann nur nicht sagen wohin, da ich mir Namen verdammt schlecht merken kann und ausserdem die ganze Hin- und fast die ganze Rückfahrt verschlafen habe..)
Die Landschaft (Moorlandschaft) war meeeega schön, leider hat es die ganze Zeit geregnet, aber das ist mit passender Kleidung nicht weiter schlimm.
Wir sind also ich glaube ungefähr 4 oder 5 km zu einer kleinen Hütte gelaufen. Unterwegs haben wir sehr viele Blaubeeren gegessen und Fotos gemacht. Die Hütte war halb offen mit einer kleinen Feuerstelle davor und ein kleines Boot im Wasser. Was ich total gut fande war, das shier Schwimmwesten hingen (mit dem Hinweis man soll sie wieder zurückhängen nach Gebrauch und nicht als Sitzkissen verwenden), fertiges Feuerholz und eine Axt vorhanden war, ein Grill zur Verfügung stand und auch Töpfe, mit denen man etwas über dem Feuer erhitzen oder kochen kann und das alles für jeden der vorbeikommt verfügbar ist.

Da wir heisses Wasser für unseren Kakao vergessen hatte, machte mein Pappa schnell ein kleines Feuer und kochte Wasser aus dem angrenzenden (extrem sauberen) Fluss. Wir Frauen sassen in der Hütte auf einer Bank und ruhten uns ein wenig aus.

Zum Kakao gabs noch belegte Brote, ein paar von meinen Keksen und Schokolade, danach machten wir uns aber ziemlich bald auf den Heimweg.

Die Woche beendeten wir dann mit einem ruhigen, gemütlichen Abend.

Ah, noch ein Unterschied zu Deutschland ist, dass man hier den Briefkasten nicht am Haus hat, sondern diese immer in Gruppen zusammenhängen. Sieht teilweise richtig süss aus.

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Woche 4

Montag: Der Schreck aller Schüler. Das steht hier jedem ins Gesicht geschrieben und man erkennt wirklich wer ein gutes Wochenende hatte und wer nicht 😀

Ich bin mal wieder viel zu spät dran und versuche die Strecke in Rekordzeit abzufahren, aber irgendwann sagt meine Lunge nein! …
Macht hier zum Glück nichts wenn man zu spat kommt, man sagt einfach ‘Hei’ und setzt sich.
Montags habe ich Basketball und Volleyballtraining nacheinander, so dass ich ziemlich müde aber vorallem extrem hungrig nach Hause gekommen bin und fast das ganze Haus leergegessen habe.

Dienstag: (in der B-Woche gehe ich um 9:15 aus dem Haus und bin um 12:30 wieder da, also mein absoluter Lieblingstag!) Nach einer vom Unterricht her mal wieder ziemlich langweiligen, aber unterhaltsamen IT Stunde, folgen 2 Stunden Sport. Das coole: wir gehen golfen!

Die ganze Klasse joggt den Weg hoch zum Golfplatz, wo wir mit Schlägern ausgestattet und nach einer kleinen Aufwärmrunde alle unser Glück versuchen.

Gar nicht so einfach überhaupt mal den Ball zu treffen! 😀 Aber auch das klappt nach ettlichen Versuchen endlich… Man fühlt sich einfach wie ein König, wenn der Ball dann einmal weiter als nur 2 Meter entfernt aufkommt.

Dienstag Abend schreibt mich eine verzweifelte Mitschülerin an, ob ich die Übungsaufgabe in Mathe verstehe , weil sie auf eine ganz andere Lösung kommt, als im Buch steht. Sehr lustig, wenn man als Austauschschüler die letzte Rettung ist 😀

Ausser der matte prøve stand noch eine norsk prøve (Arbeit ->prøve) an.
Der Witz daran war, dass der Text, den wir bearbeiten musste in nynorsk (der zweiten offiziellen Sprache neben dem ‘normalen’ bokmål) geschrieben war. Nynorsk ist sogar für meine Mitschüler eine echte Herausforderung, aber ich wollte es trotzdem versuchen. Jedoch ist es so, dass google Translate und andere Übersetzer mir bei sehr vielen Worten auch nicht weiterhelfen konnten, sodas ich mir einfach irgendeinen Zusammenhang zusammengereimt habe, der sicherlich nicht ganz richtig ist, aaber: Ich habs wenigstens versucht.
Damit der Lehrer alles im Blick hat, was die Schüler während den Klassenarbeiten so an ihrem PC machen, mussten wir uns mit dem Rücken zum Lehrer setzen.

Ausserdem habe ich meinen ersten Kjemietest geschrieben und auch wieder zurückbekommen jedoch ohne Bewertung. Ich bin absolut keine Leuchte in Chemie und ich verstehen so ungefähr gar nichts, nicht einmal wenn ich die Sachen auf Deutsch google 😀 Ich habe mich selten so verloren gefühlt während eines Tests, aber ich hatte ganze 3 Antworten richtig!

Das Wetter hier macht wirklich was es will. Als ich angekommen bin hatten wir durchgehend um die 28 Grad (was hier absolut ungewöhnlich ist, und es hier den ganzen Sommer nur ungefähr 15-20 Grad warm war) dann gab es ein paar superkalte Tage und dann wieder warm und wieder kalt und wieder warm und wieder kalt..  Ich bin hier ab 20 Grad am Schwitzen, mein Körper scheint sich also ziemlich gut eingewöhnt zu haben 😀

Die Landschaft hier hat so eine unglaublich ruhige und gleichzeitig überwältigende und fesselnde Ausstrahlung… Man muss es wirklich mit eigenen Augen gesehen haben um es zu fühlen, da kann ich noch so oft versuchen euch das zu erklären.

Jeder Austauschschüler hat eine Kontaktfamilie/-person in der Nähe, an die er sich bei eventuell auftretenden Problemen wenden kann. Diese Woche habe ich auch endlich meine Kontaktfamilie kennngelernt. Eine super liebe Familie mit 3 Töchtern (13, 16, 18) was ziemlich cool ist, weil ich jetzt auch gleichaltrige ‘Ersatzgeschwister’ habe. Mit den beiden älteren war ich dann auch in der Stadt Kuchen essen und ein bisschen bummeln.


Es ist perfekt hier zuhause zwei kleine zu haben, aber auch eine zweite Familie mit etwas älteren zu haben, die nicht weit entfernt ist.
Deren ganze Familie ist sehr musikalisch, was ich sehr gut finde.

Am Wochenende probierte ich zum ersten mal ruller ski (oder roller ski) aus und nach einiger ‘Eingewöhnungszeit’ ging es auch schon echt gut. Nur geht es ziemlich in die Beine, was man am Tag danach vorallem schön spurt 😀
Ausserdem waren wir mit einer Art Hundekutsche unterwegs, wo man wei Hunde davor ‘spannt’ und sich hinten hinsetzt, wer einmal die Möglichkeit haben sollte das auszuprobieren dem kann ich es wirklich nur empfehlen, das macht richtig Spass!

Mehr folgt..

Ha det!