Weihnachten, Ski und Silvester

Mal wieder ein sehr herzliches Heeeeeii aus Norwegen.

Weihnachten nicht zu Hause zu feiern ist ziemlich komisch, hat aber auf jeden Fall etwas spezielles und besonderes an sich dieses Fest bei einer anderen Familie zu verbringen, die einem inzwischen fast so sehr ans Herz gewachsen ist wie die eigene.

Am Tag vor Weihnachten (hier wortwörtlich übersetzt ‚der kleine Weihnachtsabend‘ genannt) haben wir uns abends alle zusammen in unser unteres Wohnzimmer gesetzt und gegessen. Ziemlich viel verschiedene Sachen. Was neu für mich war waren Schweinepfote, also wirklich die Pfote bzw das inner und nicht das Bein, und Rakfisk. Definition von Rakfisk ist laut tagesspiegel „Rakfisk ist eine fermentierte Forelle. In einer Salz- und Zucker-Lake eingelegt wird sie in Holzfässern zum Faulen gebracht und mindestens vier Monate kühl gelagert. “ Klingt jetzt erstmal ziemlich eklig, ist es aber nicht 😀
Mein Papa hat fast gekotxrt davon aber meine Mama und ich haben das munter gegessen. Schmeckt sehr ungewohnt aber muss man selbst probieren ob man das mag oder nicht.

Wenn wir schon beim Thema Essen sind; was ich noch probiert habe ist Lutefisk (übersetzt Laugenfisch) weiss leider nicht so genau wie genau oder was genau da hergestellt wird. Übrigens:  wenn man es googled kommt als dritter Beitrag „Das Viagra der Vikinger“haha. Da ich vorher ein Video von einem anderen Austauschschüler gesehen habe, wie er Lutefisk isst und es ihm, milde gesagt, nicht sehr gut schmeckt, war ich so ziemlich auf alles eklige der Welt eingestellt. Als ich dann probiert habe war ich ziemlich enttäuscht weils einfach nach nichts schmeckt …Nicht schlecht aber auch nicht besonders gut.

Gut, jetzt bin ich ein bisschen abgeschweift. Zurück zu Weihnachten. Wir sassen also alle zusammen haben gegessen, Film geschaut und geredet. Nachdem wir den ganzen Tag geputzt und geschmückt haben hatten wir uns das auch echt verdient. Von Zuhause bin ich es ja schon gewohnt, dass Weihnachten immer viel zu schnell und total unberechenbar ins Haus einbricht, sodass die letzten Tage davor ziemliche Hektik sein kann, jedoch kann ich euch beruhigen liebe deutsche Familie; wir sind nicht die einzigen und absolut nicht die schlimmsten.

Der Weihnachtsmorgen begann soweit ich mich erinnere mit einem gemeinsamen Frühstück. Meine Gastfamilie will mich nie wecken deswegen frühstücken sie meist vor mir 😀  Ausserdem waren unsere Socken gefüllt mit Schokolade und anderen Süssigkeiten.Um 1 haben wir dann das traditionelle Julegrøt gegessen. Ist eine Art Milchreis. Das spezielle hierbei ist, dass an Weihnachten bei einer Person eine Mandel drin ist, die dann einen Preis bekommt. Um den Spassfaktor ein bisschen zu erhöhen waren bei uns insgesamt 2 Mandeln unterwegs; sind aber beide bei Opa gelandet 😀

Um 5 gab es dann Ribbe (bruach ich glaub ich nicht übersetzen) und ich war danach so pappsatt dass ich den ganzen restlichen Tag nur noch ein Stück Kuchen geschafft hab. Danach gab es ruhiges Zusammensitzen und natürlich Geschenke. Um Himmels Willen soooo viele Geschenke.

Ich hab so viele schöne und nützliche Dinge bekommen, unglaublich!

Die Krönung kam fast zum Schluss: Irmi bekommt Ski. Langlaufski.:D Als Snowboarder erstmal etwas zum schlucken, vorallem weil ich es ein einziges Mal vorher ausprobiert habe hier und ich mich (noch) nicht so super wohl fühle auf Skiern und ich kein vom Himmel gefallener Meister bin, aber das wird sich jetzt ändern 😀

12442809_985706071493401_693648716_n

 
Es war einfach ein so herzliches Beisammensein und ich kann nicht beschreiben wie sehr ich jeden Einzelnen dieser unglaublich wunderbaren Familie liebe.
Schnee hatten wir leider keinen hier an Weihnachten aber nach Weihnachten waren wir auf unserer Hütte und dort hatten wir mehr als genug Schnee. Mein Papa und meine Schwester haben mich unter ihre Fittiche genommen und mir ein bisschen beigebracht was das Thema Skilaufen angeht. Um meinen Papa zu zitieren „ich glaube das war das erste Mal dass ich dich annähernd sauer und genervt gesehen hab“ 😀 das lag aber weder an ihm noch an meiner Schwester sondern an mir selbst, weil ich das absolut nicht packe und es nicht ganz so lief wie ich es wollte aber gut, dafür übt man ja 😀

12459763_985706074826734_1872967994_n

Am einen Abend waren wir dann in der Sauna und danach im Schnee baden, einfach nur genial! Einen Tag habe ich auf dem Sofa geschlafen, nicht weil ich rausgeschmissen wurde sonder weil ich freiwillig aus der Kälte geflohen bin. Meine Schwester kann nur beim gefühlten absoluten Nullpunkt mit offenenm Fenster schlafen und ich hab es lieber gemütlich warm, also war die einzige Möglichkeit das Zimmer zu verlassen und auf dem Sofa zu schlafen.

Auf dem Weg nach Hause überlegten wir, was wir (bzw ich) als Nachtisch für Silvester machen könnten. Wir waren zu Freunden meiner Eltern eingeladen und waren für den Nachtisch zuständig. Schliesslich einigten wir uns auf Panna Cotta. Also sind wir durch einen Supermarkt gerannt und haben alles zusammengesammelt was man dafür braucht. Am Ende standen wir nur noch vor dem Problem, dass wir keine 14 gleichgrossen Förmchen hatten. Da das Ganze ja eine gewisse Zeit braucht um fest zu werden sollte man es eigentlich am Abend vorher zubereiten. In der Hoffnung das Förmchenproblem lösen zu können einigten wir uns darauf bis zum nächsten Morgen zu warten.

An Silvester sind wir dann bewaffnet mit einer Riesenschüssel Panna Cotta (Förmchen haben wir keine mehr besorgen können) und ganz vielen verschiedenen Beeren bewaffnet zu den Freunden meiner Eltern gefahren. Dort gab es zu erst ein bisschen Fingerfood und es wurde gemeinsam die Rede vom König angeschaut.
Danach gab es Essen. Wie immer viel zu viel und viel zu gut.

Bevor es Nachtisch gab fragte mich die Tochter,16, ob ich nicht Lust hätte mit ihr zu ihren Freunden zu gehen. Hab ich dann natürlich gemacht. Details lasse ich hier aus 😀 Es war aber eine sehr sehr angenehme, offene und freundliche Gruppe und es hat echt Spass gemacht ein Teil davon zu sein.

12467676_985706061493402_1029904708_n

12459953_985706054826736_948071394_n

Ja, das war die traurige Geschichte, weshalb ich nicht einen einzigen Löffel von meinem super Nachtisch abbekommen habe, weil die Schüssel bis aufs letzte leergekratzt wurde…

 

Insgesamt kann man sagen dass das ein seeeeeehr guter Start ins neue Jahr war und ich hier rund um zufrieden bin! 🙂

 

Bis bald!

 

 

Advertisements