Woche 6

So nach einer etwas längeren Pause kommt hier meine Woche6 🙂

Diese Woche ist ziemlich viel passiert, obwohl sie mit einem ziemlich langweiligen Montag begonnen hat. Die normale Routine: Schule, essen, Basketball, Volleyball, TV, schlafen.

Am Dienstag bin ich zu einer Freundin gegangen und wir haben Smoothies gemacht und uns über alles mögliche unterhalten. Da sie am nächsten Tag aber eine Mathearbeit geschrieben hat und ich Physik, war ich nicht so lange drüben. Jedoch habe ich einen Blick in ihre Matheunterlagen geworfen, was sehr interessant war, da das Mathelevel ungefähr dem der 8. oder 9. Klasse bei uns entspricht. Wie ich schon einmal erwähnt habe gibt es hier mehrere Schwierigkeitsstufen bei manchen Kursen, aber dass die Unterschiede in der gleichen Jahrgangsstufe SO verschieden sind hätte ich nicht erwartet. Aber gut, wenn ich weiss, dass ich im späteren Berufsleben nichts machen werde, bei dem ich kompliziertes Mathe brauche, reicht das völlig aus.

Für Mittwoch hatte ich mich mit meiner Kontaktfamilien-Schwester verabredet. Wie immer stellte sich die Frage ‘was machen wir?’. Aber wir fanden recht schnell eine Lösung: ein kleiner Spaziergang in einen Wald wo noch kleine Bunker von den Deutschen übrig sind, die gegen Ende des zweiten Weltkrieges nach Stjørdal gekommen sind. Mit den genauen Details muss ich mich noch befassen, weil man so gut wie nichts darüber im Internet findet und es ziemlich kompliziert ist Kriegsgeschichten auf norwegisch zu verstehen.
Dort habe ich auch einen alten Mann getroffen, der zu der Zeit als die Deutschen gekommen sind auch hier war und es alles miterlebt hat, jedoch war nicht viel Zeit zum reden.

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Danach entschieden wir uns einen Zitronenkuchen zu backen, mussten aber erst einmal einkaufen gehen. Da hier aber eigentlich überall ein Supermarkt in der Nähe ist, war das kein Problem. Das Problem war eher, dass wir uns nicht an alles gehalten haben, was im Rezept stand und der Kuchen zwar gut, aber das Topping viel zu flüssig und alles etwas zu süss war. Naja, wieder etwas dazugelernt 😀

Um die Zeit, die man zwischendrin warten muss (backen, abkühlen lassen etc) zu überbrücken, entschlossen wir uns dazu Frozen auf norwegisch anzuschauen. Mir ist noch nie vorher aufgefallen wie viel Norwegen eigentlich in dem Film steckt, von den Namen über das Aussehen der Figuren bis hin zur Landschaft ist eigentlich alles norwegisch. (Hier ein kleiner Gruss an Laura <3)

Nachdem wir von dem nicht so gelugenen aber trotzdem leckeren Kuchen gegessen hatten, war es auch schon Zeit für mich heimzugehen. Und nach der abendlichen Serie zuhause bin ich gleich ins Bett.

Am Donnerstag packte mich (nach ganz langer Zeit :D) mal wieder die Backlust und weil wir unendlich viele Pflaumen zuhause hatten, entschied ich mich dazu einen Pflaumenkuchen zu backen. Es war ziemlich mühselige Arbeit die ganzen Pflaumen auseinanderzunehmen, aber es hat sich gelohnt! Ich glaube mein Austauschjahr macht mich zum Back-Profi.

Witzig war auch, dass mich abends eine Freundin angeschrieben hat mit: ‘Irmi was bedeutet ‘Sieg heil’?’
Ihre Frage kam, weil ein Klassenkamerad das unter einem Instagrampost von ihr kommentiert hatte, Aber wie erklärt man das auf norwegisch? 😀

Es ist hier aber ganz normal, dass sobald jemand (vorwiegend Jungs) erfährt, dass man aus Deutschland kommt, etwas kommt wie ‘Sieg heil’ ‘Heil Hitler’ usw. Das krasseste was ich gehört habe war ‘alle Juden müssen sterben’.
Das meint natürlich niemand ernst und es ist sehr schwarzer Humor, aber als deutscher Austauschschüler sollte man darauf vorbereitet sein 😀

Nach einem ziemlich für mich nutzlosen Volleyballtraining und einer Episode House of Cards war auch dieser Tag vorbei.

Der Schultag am Freitag verlief recht unspektakulär, ausser dass mir bewusst wurde wie schwer es für nicht-Deutsche ist das Wort ‘Streichhölzer’ richtig auszusprechen :D. Abends ging es dann mit mehreren Naturwissenschaftskursen von der Schule mit 2 Bussen los nach Trondheim an die NTNU (Norges teknisk-naturvitenskapelige universitet, was so viel bedeutet wie ‘Technisch-Naturwissenschaftliche Universität Norwegens’). Das ist die zweitgrösste Universität in Norwegen und die wichtigste für Naturwissenschaften. Dort wurde für die Schüler einiger im Umkreis liegenden Schulen eine ‘researchers night’ organisiert mit ein paar Vorträgen zu allen möglichen Themen und vielen Ständen mit Versuchen und Information.


Unter anderem war dort auch ein Stand vom Astronauten Kevin Ford, der dort Fragen beantwortete Essen und Trinken dabei hatte, wie man es auf der Raumstation hat und auch viele weitere interessante Dinge an seinem Stand hatte. Als ich mit ihm redete, stellte sich heraus, dass er Alexander Gerst sehr gut kennt, was ich ziemlich lustig fand, denn ich bin in Norwegen und treffe einen amerikanischen Astronauten der Verbindung zu meiner Heimatstadt hat 😀

An einer anderen Station war die Lebensmittelchemie und sie hatten Wasser mit den vier Grundbausteinen (süss, sauer, bitter, scharf) gemischt, jeweils nur ein ganz kleines bisschen in einem Becher und ein Becher nur mit Wasser gefüllt. Man sollte alle probieren und herausschmecken, was was ist. Das war gar nicht so einfach da man es fast nicht schmecken konnte.

Es gab auch einen Stand an dem man Schnecken, Seetang und andere komische kleine Viecher essen konnte und das haben wir dann auch gleich mal gemacht 😀 gar nicht so schlecht eigentlich.

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Wieder wo anders, konnte man mit einem kleinen Roboter reden und ihm Befehle wie ‘tanze’ o.ä geben, der war richtig süss!

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Es gab noch etliche andere Stände an denen man alles mögliche ausprobieren und lernen konnte, wenn ich aber hier alles aufführe wird es ein bisschen viel und langweilig.
Zum Abschluss des Abends gab es eine Auslosung der Eintrittskarten (eine Freundin hat ein iPad mini gewonnen) und ein Feuerwerk, organisiert und durchgeführt von der Uni-eigenen Pyrogruppe.

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Um halb 1 war ich dann endlich im Bett mit der Aussicht auf weniger als 7 Stunden Schlaf, da ich um halb 9 in der Sporthalle sein musste.

Hier war das ganze Wochenende über der GjensidigeCup, an dem auch meine Mannschaft teilnahm. Ich konnte leider nur am Samstag dabei sein, weil ich am Freitag mit der Schule weg war und sonntags zum Volleyballspiel mitwollte.

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Der Cup startete für mich also am Samstag mit einem Spiel, bei dem ich gleich relativ viel spielen durfte und 2 Treffer erlangte (Applaus bitte). Die Zeit bis zum nächsten Spiel überbrückten wir mit Essen und Erzählen. Die Mädels in meinem Team sind supernett und es ist kein Problem als ‘Neue’ dazuzukommen. Nach den zwei gewonnenen Spielen hatten wir eine ziemlich lange Pause, in der wir in die Stadt uns etwas zu essen und Süssigkeiten besorgen gegangen sind.

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Nach der Pause war ich dran, am Schiedsrichterpult die Zeit zu nehmen und die Punkte an der Anzeigetafel anzuzeigen, was ziemlich anstrengend ist, weil man die ganze Zeit sehr konzentriert sein mus sum nichts falsch zu machen. Währenddessen kamen freiwillige Helfer die Essen an die Schiedsrichterhelfer verteilten und fragten uns irgendetwas. Für mich war es aber unmöglich alles zu verstehen ohne etwas vom Spiel zu verpassen, sodass zum Glück eine Freundin eingriff und das ganze für mich managte. Danach hatte ich wieder eine ziemlich lange Pause, die jedoch schnell vorbeiging weil ich das Spiel unserer Damenmannschaft anschaute und mich mit den anderen unterhielt.

Nach 10 Stunden ausser Haus kam ich schliesslich nach einem sehr schönen Basketball-Tag nach Hause. Es gab das super-norwegische Samstagsessen: Nachos und hinterher wieder den ultimativen Samstags-Süssigkeiten-Wahnsinn.

Die Abfahrt am Sonntag war auf 08:45 abgemacht, jedoch bekam ich um 08:25 einen Anruf, wo ich denn bleibe, weil sie schon am Abfahrtspunkt stehen…. Naja, ich habe also alles noch anstehende in Windeseile hinter mich gebracht und meine Mama gebeten mich kurz dort hinzubringen weil die Zeit nicht gereicht hätte mit dem Fahrrad zu fahren. Nach ungefähr 1 ½ h Fahrt waren wir endlich in Steinkjer, wo der Volleyballcup stattfand. Dort war ich als Linienrichter eingeteilt bevor wir unser erstes Spiel hatte, was zwar nicht schwierig war, jedoch wurde mir das vorher nicht gesagt und ich hatte keine Ahnung von Volleyballregeln und Handzeichen. Allgemein war ich ziemlich mies vorbereitet, weil auch im Training nur die ‘Stammmannschaft’ gut trainiert wurde und nur ihnen die Aufstellung usw. erklärt wurde, aber gut. Da wir nur 6 Spieler waren am Sonntag mussten alle die ganze Zeit spielen und es herrschte irgendwie nicht so die prickelnde Laune im Team und es ga bein ziemliches Chaos auf dem Feld, weil ich nciht die einzige war die die verschiedenen Aufstellungen absolut nicht checkte. Wir haben beide Spiele verloren, aber zum Schluss hat es relativ gut geklappt und wir hatten Spas sund das ist die Hauptsache J

Nach 1 ½ Stunden Heimfahrt in einem alten Volvo mit verdammt bequemen Sitzen ging es eine ¾ in die selbe Richtung aus der wir gerade gekommen waren zum Geburtstag meiner Tante.
Auf der Autofahrt schlief ich und versuchte ein bisschen Energie zu tanken was jedoch kläglich scheiterte 😀

Meine Tante hatte uns in ein Restaurant eingeladen, es war ein alter Bahnhof, in dem ein italienisches Restaurant war und ich fand es sehr, sehr schön gestaltet. Hier habe ich festgestellt, dass es in der Verwandtschaft liegt, dass alle bildhübsch und total herzlich sind. Nach einem extrem guten Essen, es gab Lamm mit Kartoffeln (die irgendwie speziell zubereitet waren, ich kann aber nicht beschreiben wie) und Rotkohl und einen superleckeren Zitronen-Erdbeer-Nachtisch.

Nach der abendlichen Serienstunde war damit meine Woche 6 beendet.
Es ist einfach so perfekt hier zu sein und Teil dieser unglaublich lieben Familie sein zu dürfen!

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