Woche 2 und 3

Ab der zweiten Woche nahm ich so nach  nach immer mehr Leute wirklich wahr und versuchte mir auch die Namen zu merken, was jedoch überhaupt nicht einfach ist, weil man jeden Tag so viele neue Namen hört und die dann richtig zuzuordnen das ist eine echte Herausforderung. Ich sehe trotz meinen nun 4 Wochen in der Schule jedes mal in meinen Kursen neue Leute, die ich nie zuvor gesehen habe, das ist wirklich wirklich komisch, vorallem weil jeder Kurs nur aus etwa 20 Schülern besteht.

Was ich ganz vergessen habe zu erwähnen ist die Helligkeit. Im Norden ist es ja bekanntlich länger hell im Sommer und ja das kann ich bestätigen. Meine Famlie sagte mir, dass die Sonne einen Monat zuvor gar nicht untergegangen ist und als ich da war, war es immer noch verdammt lange hell. In den ersten nächten konnte ich nicht so gut schlafen, nicht weil irgendetwas nicht stimmt sondern weil an den Seiten von meinem Rollo noch Licht herinkam. Man merkt aber langsam, dass die Tage kürzer werden. Von Abend zu Abend wird es früher dunkel.

Ich habe die ganze Zeit überlegt, welche Sportart ich hier anfangen soll und hab mehrere Leute gefragt, was sie so machen. Die meisten Mädchen hier spielen Fussball oder Handball, aber ich hatte irgendwie auf beides nicht so wirklich Lust. Also habe ich weiter gefragt und bin endlich auf Volleyball gestossen. In Deutschland habe ich das bisher nur in der Schule gespielt und ich war nicht das allergrösste Talent, aber warum sollte ich es nicht mal ausprobieren? 😀
Das Training war super und mir hat es von Anfang an gefallen, den es sind sehr nette Mitspielerinnen und ein sehr netter Trainer.
Als er erfahren hat, dass ich aus Deutschland und aus Baden-Württemberg komme, erzählte er mir gleich er habe einen alten Porsche in der Garage stehen und dass er ein bisschen Deutsch spricht. Oft spricht er mittendrin einfach einen deutschen Satz und ich verstehe es als einzige, weshalb ich immer lachen muss.

Ausserdem bin ich noch im Basketball und habe hier endlich mal eine Mädchenmannschaft. Die Trainerin ist extrem gut und kann die Sachen super erklären und motiviert das ganze Team wunderbar.

Nachmittags/Abends setze ich mich mit meiner kleinen Schwester und natürlich etwas zum Essen oft in unser ‘Mädelswohnzimmer’ und schaue irgendwas auf Nickelodeon oder DisneyChannel, denn das ist fast das einzige ausser den Nachrichten was an Serien oder Filmen auf norwegisch ist, den die meisten Filme und Serien sind nicht synchronisiert, sondern nur mit norwegischem Untertitel.

Ich bin in der Zeit hier zu einem richtigen Streberchen geworden, ich mache sogar regelmässig (!) Hausaufgaben, was in Deutschland leider kein Standart war 😀 Im Mathetest habe ich auch gleich mal eine 6 abgeholt (6 ist hier wie eine 1 in Deutschland)

Noch ein paar mehr Informationen zur Schule:
Wir haben hier immer 3 Stunden und dann eine ‘grosse’ Pause von einer halben Stunde. Ausserdem haben wir 10 Minuten zwischen den Stunden Zeit um den Raum zu wechseln, von einem Ende der Schule ans andere zu hetzen, weil man mal wieder sein Buch im Schliessfach vergessen hat oder um einfach ein bisschen zu quatschen.
Die Schule fängt um halb 9 frühestens an und man hat nicht länger als 15:30 Schule. (Könnte man auch mal in Deutschland einführen)

Ich belege hier die Fächer Matte R1 (R steht dafür, dass es mehr theoretisch und ein bisschen schwieriger ist als das grundlegende Matte), Fysikk, Kjemi (Chemie), IT, Norsk, Historie und Gym.

Die Lehrer werden hier einfach mit Du und dem Vornamen angesprochen und es man hat ein sehr gutes und lockers Verhältnis zu den Lehrern.
Ausserdem hat man das Gefühl, dass die Lehrer wirklich nur das beste für ihre Schüler wollen.

In den Stunden, in denen ich sowieso nichts vom Unterricht verstehe, wie in Norwegisch, Geschichte oder Chemie, nehme ich mir mein kleine Lehrbuch zur Hand und lerne Grammatik oder Vokabeln, so nutzt man die Zeit sinnvoll! In Chemie rede ich aber oft die ganze Zeit mit meiner Nebensitzerin, weil wir beide absolute Nieten in diesem Fach sind. Ausserdem war sie letztes Jahr Austauschschülerin in den USA und wir tauschen uns gegenseitig über Erfahrungen aus. Auch in den anderen Fachern rede ich viel mit meinen Nebensitzern (natürlich nur, wenn sie dadurch nichts wichtiges verpassen :D).
Oft sizten ein paar Schüler auch mit Kopfhörern im Ohr und dem Kopf auf dem Tisch im Unterricht oder sind auf den verschiedensten Internetseiten unterwegs.

Die Cafeteria hier ist riesig, es gibt hier tausend verschiedene Sachen an Essen und Trinken zu kaufen von belegten Brötchen über Pizza und Muffins bis hin zu Salat (den mischt man sich selbst zusammen, so wie man ihn gerne hätte an einem Buffet).

( hier hat es fast jeden Tag die letzten 3 Wochen einen Regenbogen gegeben)

Nachmittags und Abends gehe ich oft entweder mit einem Hund alleine joggen oder mit meiner Familie mit mehreren Hunden spazieren oder in Hundepark oder ich setze mich aufs Sofa und lese ein Kinderbuch.

Ïch habe hier zwei Mädels in der Strasse, denen man nur eine Nachricht schicken muss mit ‘ey, habt ihr Lust was zu machen’ und schon hat man was zu tun. Das ist super!
Mit den beiden bin ich dann auch auf meine erste norwegische Hausparty gegangen, die ziemlich eskaliert ist, wie das eben üblich ist für grosse Hauspartys. (hier möchte ich einen Gruss an Rebekka loswerden)
Genaue Details lasse ich hier weg, nicht dass Mama noch einen Schreck bekommt 😀

Irgendwann war ich mit meinem Pappa auf der Polizeistation in Steinkjer um mich hier registrieren zu lassen. Steinkjer ist ungefähr 1 ½ Studen mit dem Zug entfernt. Ich habe auf der ganzen Hin- und Rückfahrt nur geschlafen. Dort haben wir ausserdem noch passendes Schuhwerk und notwendige Ausrüstung für mein Jahr hier gekauft (d.h. wasserfeste Joggingschuhe, Wanderschuhe, Regenkleidung und Sportartikel), man muss aber sagen, das shier Outdoorausrüstung nicht teurer als in Deutschland ist und man für nicht allzu viel Geld ausreichendes Material kriegen kann. Die Preise für Kleidung sind auch ungefähr gleich, Essen und Trinken und vorallem Alkohol sind hier sehr, sehr teuer.

Ein grosser Unterschied zu Deutschland ist, dass die Lebensmittelläden unter der Woche zum Grossteil von 7-23 Uhr und samstags von 9-21 Uhr geöffnet haben. Alkohol darf jedoch (zumindest in den Läden in denen ich war) nur bis 20 bzw 18 Uhr verkauft werden.

Mein Fazit zu den ersten drei Wochen: Einfach nur meeeega! 12031630_934940786569930_5525940779873733461_o

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