Meine erste Woche

3 Wochen im Ausland sind eine lange Zeit und ein Blogeintrag alleine reicht noch lange nicht aus um alles zu erzählen, aber hier der erste Eindruck meines Auslandsjahres:

14.08.2015: Irmi und Familie mit gewohnter Verspätung am Flughafen in Frankfurt. Ab ins Abenteuer!
Mit den anderen AFSern warte ich gespannt am Gate. Alle sind müde aber aufgeregt, voller abenteuerlust und froh, dass das lange warten nun vorbei ist.

Angekommen in Oslo, wo wir das Wochenende über in Arrival Camp haben sollten, durften wir eine halbe Stunde im Flugzeug warten bis eine Treppe zum aussteigen gebracht wurde. 😀 Endlich draussen in Freiheit holen wir unsere Koffer vom Band, wobei ich mir 3 mal den selben falschen Koffer schnappe, weil der Besitzer ebenso wie ich kein Schild angehängt hat und unsere Koffer exakt gleich aussehen. Als ich endlich den richtigen Koffer habe, werden wir auch schon von AFS-Betreuern eingesammelt und zum Treffpunkt gebracht, wo wir die nächsten 4 Stunden auf Austauschschüler aus aller Welt warten.
Ettliche Kekse, Äpfel und Energizer später waren dann endlich alle da, die mit unserem Bus fahren sollten. Auf dem Weg zum Hotel bekamen wir noch einiges über den Ablauf des Wochenendes gesagt. Im Hotel gab es erst einmal Essen, ein grosses Buffet mit riesiger Auswahl, sodass für jeden der 137 Austauschschüler etwas dabei war.

Zu dem Wochenende gibt es nicht viel zu erzählen, jedenfalls nichts was Nicht-Austauschschüler interessiert. Ich habe sehr viele Leute aus aller Welt kennengelernt mit denen ich auch jetzt noch in Kontakt stehe und wir haben grundlegende Dinge besprochen, die wichtig sind, jedoch hatte ich eigentlich alles davon schon auf meiner Vorbereitung in Deutschland gehört.
Aber sowohl in Oslo als auch schon vorher in Deutschland betonten immer alle, dass es sehr schwer sei mit Norwegern in Kontakt zu kommen, da sie gerne unter sich sind und nicht auf Fremde zugehen und eigentlich kein Kontakt zu Fremdlingen haben möchten. Das hat mich ziemlich beunruhigt und ich hatte wirklich ein bisschen Angst davor schwer Freunde zu finden, was sich aber ziemlich schnell als falsch rausstellte, aber dazu später.

Sonntags um 5 Uhr, nachdem in der Nacht noch eine kleine Abschiedsparty gefeiert worden war und ich nicht vor 02:30 Uhr ins Bett gekommen bin, ging es für mich und alle, die in meiner Region (Nord-Trøndelag) ihre Gastfamilien haben, zum Flughafen und ab nach Trondheim.
Dort wurden wir von ehrenamtlichen AFSern eingesammelt und mit einem Bus nach Levanger gefahren, wo wir alle unsere Gastfamilien begrüssen durften. Es war ein ziemlich komisches Gefühl die Halle zu betreten wo alle Familien gewartet haben, das war gleich weg als ich alle Familienmitglieder umarmt hatte und wir ein bisschen geredet haben. Meine Familie war mir schon vorher supersympathisch obwohl ich sie noch nie gesehen hatte und ich wurde nicht enttäuscht. Meine Familie ist sehr, sehr lieb, total herzlich und einfach perfekt J. Ich glaube ich bin hier gut aufgehoben für die nächsten 10 Monate!
Zu meiner Familie: Ich habe hier zwei kleine Schwestern (10 und 12), was ein sehr komisches Gefühl ist, da ich zuhause viele ältere Geschwister habe, eine Katze und vier super süsse Hunde.

Im Anschluss an die Begrüssung haben alle etwas zu essen bekommen und wir Austauschschüler mussten uns alle in einer Reihe aufstellen und uns ganz kurz auf norwegisch vorstellen. Da ging es auch schon ab ins Auto und nach Hause.
Es war eine wunderschöne Fahrt, denn die Landschaft ist sooo atemberaubend! Ein einmaliges Erlebnis! Ich wohne in Stjørdal, einer wunderschön gelegenen kleinen Stadt, in der Nähe von Trondheim. Die erste Mahlzeit in meinem neuen Zuhause war natürlich Pizza (typisch norwegisch :D)

Ich fahre jeden morgen ungefähr 10 Minuten mit dem Fahrrad in die Schule, eine Busstation gibt es hier zwar aber Bus fahren ist sehr teuer (und ungesünder :D)
Am ersten Schultag hatte ich ein Treffen mit den für mich verantwortlichen Lehrern, um zu entscheiden welche Fächer ich besuchen werde und noch ein paar andere Dinge zu klären. Der eigentliche erste Schultag startete danach mit einem Treffen der ganzen Jahrgangsstufe in der Turnhalle, wo der Direktor ein paar aufmunternde aber auch mahnende Worte von sich gegeben hat. Das ganze wurde von zwei Schülern sehr schön musikalisch umrahmt. Im Anschluss gingen wir alle in einen grossen Raum wo wir klassenweise mit Namen aufgerufen und von unseren Klassenlehrern mitgenommen wurden.
Im Klassenzimmer waren Namensschilder auf den Tischen, so dass ich mir keine Gedanken über einen potenziellen Nebensitzer machen musste. Die Schule ist verglichen zu meiner Schule in Deutschland ziemlich gross. Es sind ungefähr 1300 Schüler im Alter von 15-18 Jahren auf der Schule und es gibt viele Wahlmöglichkeiten und spezialisierte Lernzweige (z.B. Gesundheitswesen, Theater, Tanz, Musik, Design, Bau und Technik uvm.) Zwei Mädchen aus meiner Klasse zeigten mir dann die ganze Schule im Kurzrundgang. Was hier anders an der Schule ist: Die Schulstunden gehen nicht nur 45 Minuten sondern 1 Stunde und jeder sitzt hier mit Laptop im Unterricht. Hausaufgaben und andere Informationen werden von den Lehrern über eine Plattform im Internet den Schuelern mitgeteilt.Ausserdem ist hier schriftlich rechnen angesagt, nichts mit GTR oder CAS, wie ich es aus Deutschland gewohnt bin :D.

Alle waren sofort super nett und offen und es war genau das komplette Gegenteil von dem was AFS uns auf den Vorbereitungen erzählt hat (vielleicht ist es in anderen Regionen anders, aber hier trifft es absolut nicht zu).
Das erste was ein Norweger, der Deutsch in der Schule hat/hatte sagt, wenn er erfährt, dass man aus Deutschland ist: ‘isch liebe disch’, hört sich richtig süss an, wenn Norweger deutsch reden.
Am ersten Schultag bin ich gleich nachmittags mit den Mädels aus meiner Klasse an den Strand und wurde gleich integriert. An meinem zweiten Schultag habe ich mich gleich mal in der Schule verlaufen und weil ich noch keine Stundenplan hatte und die Raumnummer vergessen hatte, dauerte es einige Gespräche mit verschiedensten Lehrern, bis mich dann jemand zu meinem Klassenzimmer bringen konnte 😀 Die ganze Woche über habe ich gefühlte 92837492875 neue Gesichter und Namen kennengelernt und mich in den Schulalltag wieder eingelebt. Es ist ziemlich anstrengend so viel Input zu verarbeiten, sodass ich eigentlich immer müde bin, egal zu welcher Uhrzeit ich schlafen gehe.

In der ersten Woche habe ich meine Nachmittage vorwiegend damit verbracht mit google translate und Wörterbuch bewaffnet Kinderbücher zu lesen, Vokabeln zu lernen oder versuchen eine sinnvolle Ordnung in mein Zimmer zu bringen.

An meinem ersten Wochenende wurde hier ein Kulturhaus eröffnet und gross gefeiert, hier habe ich meine ersten wirklich komischen Süssigkeiten gegessen (z.B. gesalzene Lakritz oder Chips mir Schokoladenmantel) am Abend gab es ausserdem ein Feuerwerk.
Die Norweger haben normalerweise 4 Mahlzeiten am Tag, ich habe jedoch (so wie ich es gehört habe geht es auch den anderen Austauschschülern so) mehr als 4 und grosse Mahlzeiten. Ich esse mehr als jemals zuvor in meinem Leben, aber Essen kann so glücklich machen! 😀 Das erste richtig typisch norwegische habe ich auch gleich zum essen bekommen: Brunost (übersetzt: Braunkäse) das ist ein, wie der Name schon sagt, brauner Käse der hier mit Marmelade oder gesüssten Beeren (Himbeere, Johannisbeere) aufs Brot kommt. Sooooooo lecker! Ein einmaliges Geschmackserlebnis. Am Anfang dachte ich mir ‘okay, die Norweger spinnen ein bisschen, das schmeckt nie im Leben’ aber falsch gedacht, es schmeckt superlecker. Was ich hier ausserdem von meiner kleinen Schwester gelernt habe, ist so gut wie alles schokoladige mit Gurke zu essen (Schokokekse, Brot mit einer Art Nutella etc.) auch hier habe ich gedacht, dass das niemals gut sein kann aber probiert es selbst, wahnsinnig gut!

Das war ein kleiner Eindruck meiner ersten Woche, ich hoffe ihr hattet Spass beim lesen! Mehr kommt bald.

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