Woche 5

Viel zu spät kämpfe ich mich aus dem Bett, versuche meine Morgenroutine 3 mal so schnell hinter mich zu bringen und fahre mal wieder viel zu spät, um nicht ganz abgehetzt in der Schule anzukommen, los.
Zum Schultag gibt es nicht viel zu erzählen.

Abends gehe ich zu erst ins Basketball- und danach ins Volleyballtraining, was zwar anstrengend ist, aber trotzdem Riesenspass macht.

Im Basketball fragte mich meine Trainerin, ob ich nicht Lust hätte bei Spielen dabei zu sein und sagte mir, ich solle ihr meine Daten schicken, dass sie meine Spielerlizenz beantragen kann.
Ich bin sehr froh darüber und auch schon gespannt wie es ist, mit einer Mädchenmannschaft Spiele zu haben. 🙂

Auf dem Weg ins Volleyballtraining stand plötzlich am Wegesrand ein Elch, mein erster norwegischer Elch! Ich bin jedes mal aufs neue fasziniert wie riesig diese Tiere einfach sind und was für eine ruhige und geheimnisvolle Ausstrahlung sie haben.

Dienstag ist der kürzeste Tag der Woche, worüber ich mich eigentlich in\mmer freue, aber dismal mussten wir Cooper Test laufen… Ich weiss nicht, wozu man das eigentlich macht, den ich habe in meinem Leben bisher vielleicht 1 oder 2 Personen getroffen, die es mögen.
Ich jedenfalls, bevorzuge joggen mit Sinn, z.B. mit einem Hund, einer Freundin oder einfach durch die Landschaft und nicht unnötig im Kreis zu rennen 😀

Abends sind wir nach Levanger gefahren, da wir dort mit den anderen AFSern, deren Gastfamilien und Kontaktfamilien ein Treffen hatten. Es war sehr cool, die anderen wieder zu sehen, da ich mich mite in paar in Oslo schon sehr gut verstanden habe.
Ich bin mit meiner Mamma und meiner kleinen Schwester dort hingefahren, waren jedoch zu spät da das Hotel einen anderen Namen aussen dran stehen hat, als der, der uns mitgeteilt wurde 😀
Endlich im Hotel standen schon alle Austauschschüler vorne in einer Reihe und waren mitten in einer kleinen Vorstellrunde für die Eltern. Ich habe mich schnell dazugestellt und als letzte dann auch noch kurz etwas erzählt.

Dann sind die Erwachsenen in einen anderen Raum und wir wurden uns selbst überlassen. Es war sehr, sehr unterhaltsam von den anderen zu hören was sie über Norwegen und die Menschen hier denken.
Die Italiener haben sich als erstes drüber ausgelassen, dass das was die Norweger ‘Pizza’ nennen, garantiert keine Pizza ist 😀 (Hier ist der Boden super dick und es wird alles, aber wirklich alles draufgehauen. Ausserdem ist die Pizza oft sehr unsalzig)
Danach hatten wir es darüber, dass viele Norweger bei 16 Grad mit T-shirt und sobald es mehr als 18 Grad hat sogar mit Shorts aus dem Haus gehen, während wir Austauschschüler schon fast unsere Wintermäntel auspacken müssen und frieren.

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Ich habe jedoch auch gesehen, dass ich hier richtig viel Glück habe, denn drei von ihnen sind zusammen in einer Klasse, sodass die Norweger nicht mit ihnen reden, weil sie denken, die Austauschschüler haben ja sich gegenseitig. So lernt man natürlich längst nicht so schnell norwegisch, wie wenn man sich den ganzen Tag auf Norwegisch verständigen muss. Wir haben hier auch eine Japanerin, für die es besonders schwer ist die Sprache zu lernen, da es zwei komplett verschiedene Welten sind. Es ist aber auch sehr interessant die Unterschiede zwischen den verschiedensten internationalen Schulsystemen kennenzulernen und mehr darüber zu erfahren.

In der Einladung zu dem Treffen hiess es, dass es um 19:30 Pizza und trinnken geben soll. Wir waren alle, alle sehr hungrig und es kam auch dann um 20:15 Uhr die Pizza, jedoch wurde der Rest weggenommen, als jeder ein Stück gegessen hatte…
Nach einer Weile wurde jedoch noch eine Pizza nachgeliefert und ich habe mir natürlich gleich ein Stück geschnappt, bevor es zu spät war, weil ich verdammt hungrig war 😀

Nach dem Treffen bin ich mit meiner Kontaktfamilie heimgefahren, da meine Mamma schon früher heim musste. Es war ziemlich schwierig wieder auf Norwegisch umzusteigen wenn man den ganzen Abend lang nur Englisch geredet hat, ebenso wie es schwierig war ins Englisch wieder reinzukommen. Beim unterhalten mit den anderen sind mir oft zwischendurch norwegische Sätze herausgerutscht, weil ich es so gewohnt bin z.B. wenn man etwas akkustisch nicht verstanden hat oder wenn man sich über etwas wundert. Aber auch mitten in den Sätzen sind mir weder die englischen noch die deutschen Worte für das, was ich sagen wollte eingefallen.. ziemlich komisch das Gefühl.

Einmal im Jahr ist hier Aktivitätstag, an dem alle Klassen irgendwo hingehen. Meine Klasse ist mit ein paar anderen Klassen nach Skatval gefahren und haben eine kleine Wanderung auf den Forbordsfjellet gemacht.
Eigentlich war geplant, dass die Klassen jeweils eine 1x1m Karte aus allen Dingen die in der Natur zu finden sind machen sollten, aber es war viel zu kalt oben, so dass wir nach ungefähr einer halben Stunde alle wieder runter gelaufen sind.

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Unten angekommen hatten wir eine kleine Pause bevor die Lehrer mit viel zu viel Enthusiasmus versuchten uns Begeisterung für die Challenge zu vermitteln.
Und wahrscheinlich kennt das jeder, dass der Grossteil dann erst recht keinen Bock mehr hat 😀 Unsere Karte bestand au sein paar Blättern etwas Moos und Steinen und war nach 3 Minuten fertig. Andere haben sich total ins Zeug gelegt, als ob ihre Zukunft davon abhängen würde ..

‘2STI kann zum Bus gehen’ (natürlich auf norwegisch) waren dann schliesslich die erlösenden Worte und der Ausflugstag war vorbei.

Am Abend zuvor hatte ich mich mit meiner Kontaktfamilien-schwester verabredet um am Nachmittag etwas zu tun zu haben. Ich war früher vom Ausflugstag zurück als geplant, wollte aber nicht noch mal nach Hause, sodas ich eben ein bisschen in deren Garten gewartet hab bis jemand kommt. Das war aber kein Problem weil ich noch Essen und Trinken hatte und es nicht ganz so kalt war.

Drinnen haben wir erst einmal bequeme Kleidung angezogen und uns dann dran gemacht Zimtschnecken zu backen. Zwischendurch mussten wir warten bis der Teig gegangen war. Diese Zeit haben wir genutzt um uns aufs Sofa zu legen und Big Bang Theory anzuschauen ( ziemlich ungewohnt, wenn die Englisch reden und nicht Deutsch :D) und aufs Essen zu warten.

In den Familien, die ich bisher kennengelernt habe ist es üblicher, dass der Vater das Essen macht als die Mutter. Meist sind die auch die besseren Köche und machen das gerne.
Es gab ein indisches Gericht, für mich ungewohnt scharf, weil ich in Deutschland eigentlich nicht scharf esse, aber es war sehr lecker.

Nachdem der Teig gegangen war, verarbeiteten wir das ganze dann zu Schnecken und steckten diese in Ofen.

Die Wartezeit überbrückten wir mit einer Runde Walking Dead. Für mich ist es bei den englischen Filmen mittlerweile fast einfacher den norwegischen Text zu lesen, als das Englisch zu hören weil mein Englisch seitdem ich nur noch Norwegisch reden ziemlich gelitten hat.

Unsere Zimtschnecken waren der absolute Wahnsinn. Richtig, richtig gut!

Als ich abends in Jogginghose und bequemem Pullover ins Haus komme stehen plötzlich meine Grosseltern vor mir. Na toll, ein super erster Eindruck 😀
Aber ich habe dann geduscht und mich schnell salonfähig angezogen und sie richtig kennengelernt. Man kann sie als die Warmherzigkeit in Person beschreiben, wie meine ganze Familie.

Später, als sie weg waren und meine kleinen Schwestern im Bett lagen habe ich mich noch mit etwas zu Essen und meinen Eltern aufs Sofa gesetzt und die abendliche Episode House of Cards angeschaut. (Manchmal ist es auch Vikings, das wechselt sich immer ab)

Zu meinen Eltern habe ich ein sehr gutes Verhältnis und ich kann mit ihnen über alles reden. Für mich ist es sehr wichtig, dass man sich viel erzählt und weiss, dass man jemanden hat der da ist für einen.

Donnerstag: die Tage bis zum Wochenende sind gezählt! Der Schultag bringt nicht so viel interessantes, eher im Gegenteil… in IT erklärt der Lehrer eine Stunde lang verschiedene Zeichentools die man benutzen kann, um eine Katze zu malen. Das eigentliche Ziel ist, die Katze nach links und rechts zu bewegen, aber die Katze muss ja auch perfekt sein 😀

Der Freitag verlief relative unspektakulär, darüber gibt es nichts neues zu erzählen.

Samstagmorgen bin ich total übernächtigt aufgewacht, weil ich nicht sehr gut schlafen konnte und habe nur meine kleine Schwester vorgefunden, die dann aber auch bald gegangen ist.. Ich hatte keine Ahnung wo meine ganze Familie hin ist,was sich aber nach einem Anruf dann schnell geklärt hatte 😀

Um die Zeit zu vertreiben hab ich mich hingesetzt und mal wieder nach langer Zeit Klavier gespielt. Man kann aber nicht unendlich lange spielen, also habe ich eine Folge Elementary angeschaut und mich ein bisschen ausgeruht.
Irgendwann kamen meine Grosseltern, aber nicht lange, da sie das Fussballspiel von meiner Schwester anschauen wollten. Da ich nicht wusste, was ich mit der Zeit anfangen soll, habe ich die Küche durchsucht nach eventuellen Zutaten für ein leckeres Gebäck und entschied mich für Sesamtaler.

Nachdem ich die Butter und den Zucker zusammengerührt hatte, habe ich (wie wahrscheinlich jeder der backt) ein bisschen genascht und mit entsetzen festgestellt, dass ich aus Versehen salzige Butter verwendet habe 😀

Naja, nach einer Rettungsaktion bemerkte ich dass wir auch keine Milch mehr haben, sondern es nur der leere Karton war der im Kühlschrank steht.

Okay, was tut man dann? Warum nicht mal versuchen ob das ganze mit Orangensaft genauso gut geht..

Im Endeffekt habe ich nichts so gemacht, wie es im Rezept steht, sondern alles komplett anders (nicht nur die Mengenangaben, sondern auch die Zutaten). Aber es sind die bestene Kekse herausgekommen, die ich jemals gebacken habe. Meine Familie war so begeistert, dass der Grossteil ziemlich schnell weg war und sie die Kekse zu Weihnachten wieder haben wollen 😀

Samstag ist hier der ultimative Süssigkeitenwahnsinn los. Nach dem gemeinsamen warmen ‘Abendessen’ knallen wir uns voll mit Zuckerzeug.
Meine Familie isst unter der Woche so gut wie keine Süssigkeiten und holt dieses Defizit ausschweifend am Wochenende nach. Es gibt von Schokolade, Gummibärchen und Kaubonbons 130923049327 verschiedene Sorten, dazu Cola und ausgewählte Chipssorten. Dabei wird irgendeine norwegische Sendung angeschaut. Aber in Gesellschaft gemeinsam fett zu werden fühlt sich gleich viel besser an 😀

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Am Sonntag sind wir für eine kleine Wandertour irgendwo hin gefahren (ich kann nur nicht sagen wohin, da ich mir Namen verdammt schlecht merken kann und ausserdem die ganze Hin- und fast die ganze Rückfahrt verschlafen habe..)
Die Landschaft (Moorlandschaft) war meeeega schön, leider hat es die ganze Zeit geregnet, aber das ist mit passender Kleidung nicht weiter schlimm.
Wir sind also ich glaube ungefähr 4 oder 5 km zu einer kleinen Hütte gelaufen. Unterwegs haben wir sehr viele Blaubeeren gegessen und Fotos gemacht. Die Hütte war halb offen mit einer kleinen Feuerstelle davor und ein kleines Boot im Wasser. Was ich total gut fande war, das shier Schwimmwesten hingen (mit dem Hinweis man soll sie wieder zurückhängen nach Gebrauch und nicht als Sitzkissen verwenden), fertiges Feuerholz und eine Axt vorhanden war, ein Grill zur Verfügung stand und auch Töpfe, mit denen man etwas über dem Feuer erhitzen oder kochen kann und das alles für jeden der vorbeikommt verfügbar ist.

Da wir heisses Wasser für unseren Kakao vergessen hatte, machte mein Pappa schnell ein kleines Feuer und kochte Wasser aus dem angrenzenden (extrem sauberen) Fluss. Wir Frauen sassen in der Hütte auf einer Bank und ruhten uns ein wenig aus.

Zum Kakao gabs noch belegte Brote, ein paar von meinen Keksen und Schokolade, danach machten wir uns aber ziemlich bald auf den Heimweg.

Die Woche beendeten wir dann mit einem ruhigen, gemütlichen Abend.

Ah, noch ein Unterschied zu Deutschland ist, dass man hier den Briefkasten nicht am Haus hat, sondern diese immer in Gruppen zusammenhängen. Sieht teilweise richtig süss aus.

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Woche 4

Montag: Der Schreck aller Schüler. Das steht hier jedem ins Gesicht geschrieben und man erkennt wirklich wer ein gutes Wochenende hatte und wer nicht 😀

Ich bin mal wieder viel zu spät dran und versuche die Strecke in Rekordzeit abzufahren, aber irgendwann sagt meine Lunge nein! …
Macht hier zum Glück nichts wenn man zu spat kommt, man sagt einfach ‘Hei’ und setzt sich.
Montags habe ich Basketball und Volleyballtraining nacheinander, so dass ich ziemlich müde aber vorallem extrem hungrig nach Hause gekommen bin und fast das ganze Haus leergegessen habe.

Dienstag: (in der B-Woche gehe ich um 9:15 aus dem Haus und bin um 12:30 wieder da, also mein absoluter Lieblingstag!) Nach einer vom Unterricht her mal wieder ziemlich langweiligen, aber unterhaltsamen IT Stunde, folgen 2 Stunden Sport. Das coole: wir gehen golfen!

Die ganze Klasse joggt den Weg hoch zum Golfplatz, wo wir mit Schlägern ausgestattet und nach einer kleinen Aufwärmrunde alle unser Glück versuchen.

Gar nicht so einfach überhaupt mal den Ball zu treffen! 😀 Aber auch das klappt nach ettlichen Versuchen endlich… Man fühlt sich einfach wie ein König, wenn der Ball dann einmal weiter als nur 2 Meter entfernt aufkommt.

Dienstag Abend schreibt mich eine verzweifelte Mitschülerin an, ob ich die Übungsaufgabe in Mathe verstehe , weil sie auf eine ganz andere Lösung kommt, als im Buch steht. Sehr lustig, wenn man als Austauschschüler die letzte Rettung ist 😀

Ausser der matte prøve stand noch eine norsk prøve (Arbeit ->prøve) an.
Der Witz daran war, dass der Text, den wir bearbeiten musste in nynorsk (der zweiten offiziellen Sprache neben dem ‘normalen’ bokmål) geschrieben war. Nynorsk ist sogar für meine Mitschüler eine echte Herausforderung, aber ich wollte es trotzdem versuchen. Jedoch ist es so, dass google Translate und andere Übersetzer mir bei sehr vielen Worten auch nicht weiterhelfen konnten, sodas ich mir einfach irgendeinen Zusammenhang zusammengereimt habe, der sicherlich nicht ganz richtig ist, aaber: Ich habs wenigstens versucht.
Damit der Lehrer alles im Blick hat, was die Schüler während den Klassenarbeiten so an ihrem PC machen, mussten wir uns mit dem Rücken zum Lehrer setzen.

Ausserdem habe ich meinen ersten Kjemietest geschrieben und auch wieder zurückbekommen jedoch ohne Bewertung. Ich bin absolut keine Leuchte in Chemie und ich verstehen so ungefähr gar nichts, nicht einmal wenn ich die Sachen auf Deutsch google 😀 Ich habe mich selten so verloren gefühlt während eines Tests, aber ich hatte ganze 3 Antworten richtig!

Das Wetter hier macht wirklich was es will. Als ich angekommen bin hatten wir durchgehend um die 28 Grad (was hier absolut ungewöhnlich ist, und es hier den ganzen Sommer nur ungefähr 15-20 Grad warm war) dann gab es ein paar superkalte Tage und dann wieder warm und wieder kalt und wieder warm und wieder kalt..  Ich bin hier ab 20 Grad am Schwitzen, mein Körper scheint sich also ziemlich gut eingewöhnt zu haben 😀

Die Landschaft hier hat so eine unglaublich ruhige und gleichzeitig überwältigende und fesselnde Ausstrahlung… Man muss es wirklich mit eigenen Augen gesehen haben um es zu fühlen, da kann ich noch so oft versuchen euch das zu erklären.

Jeder Austauschschüler hat eine Kontaktfamilie/-person in der Nähe, an die er sich bei eventuell auftretenden Problemen wenden kann. Diese Woche habe ich auch endlich meine Kontaktfamilie kennngelernt. Eine super liebe Familie mit 3 Töchtern (13, 16, 18) was ziemlich cool ist, weil ich jetzt auch gleichaltrige ‘Ersatzgeschwister’ habe. Mit den beiden älteren war ich dann auch in der Stadt Kuchen essen und ein bisschen bummeln.


Es ist perfekt hier zuhause zwei kleine zu haben, aber auch eine zweite Familie mit etwas älteren zu haben, die nicht weit entfernt ist.
Deren ganze Familie ist sehr musikalisch, was ich sehr gut finde.

Am Wochenende probierte ich zum ersten mal ruller ski (oder roller ski) aus und nach einiger ‘Eingewöhnungszeit’ ging es auch schon echt gut. Nur geht es ziemlich in die Beine, was man am Tag danach vorallem schön spurt 😀
Ausserdem waren wir mit einer Art Hundekutsche unterwegs, wo man wei Hunde davor ‘spannt’ und sich hinten hinsetzt, wer einmal die Möglichkeit haben sollte das auszuprobieren dem kann ich es wirklich nur empfehlen, das macht richtig Spass!

Mehr folgt..

Ha det!

Woche 2 und 3

Ab der zweiten Woche nahm ich so nach  nach immer mehr Leute wirklich wahr und versuchte mir auch die Namen zu merken, was jedoch überhaupt nicht einfach ist, weil man jeden Tag so viele neue Namen hört und die dann richtig zuzuordnen das ist eine echte Herausforderung. Ich sehe trotz meinen nun 4 Wochen in der Schule jedes mal in meinen Kursen neue Leute, die ich nie zuvor gesehen habe, das ist wirklich wirklich komisch, vorallem weil jeder Kurs nur aus etwa 20 Schülern besteht.

Was ich ganz vergessen habe zu erwähnen ist die Helligkeit. Im Norden ist es ja bekanntlich länger hell im Sommer und ja das kann ich bestätigen. Meine Famlie sagte mir, dass die Sonne einen Monat zuvor gar nicht untergegangen ist und als ich da war, war es immer noch verdammt lange hell. In den ersten nächten konnte ich nicht so gut schlafen, nicht weil irgendetwas nicht stimmt sondern weil an den Seiten von meinem Rollo noch Licht herinkam. Man merkt aber langsam, dass die Tage kürzer werden. Von Abend zu Abend wird es früher dunkel.

Ich habe die ganze Zeit überlegt, welche Sportart ich hier anfangen soll und hab mehrere Leute gefragt, was sie so machen. Die meisten Mädchen hier spielen Fussball oder Handball, aber ich hatte irgendwie auf beides nicht so wirklich Lust. Also habe ich weiter gefragt und bin endlich auf Volleyball gestossen. In Deutschland habe ich das bisher nur in der Schule gespielt und ich war nicht das allergrösste Talent, aber warum sollte ich es nicht mal ausprobieren? 😀
Das Training war super und mir hat es von Anfang an gefallen, den es sind sehr nette Mitspielerinnen und ein sehr netter Trainer.
Als er erfahren hat, dass ich aus Deutschland und aus Baden-Württemberg komme, erzählte er mir gleich er habe einen alten Porsche in der Garage stehen und dass er ein bisschen Deutsch spricht. Oft spricht er mittendrin einfach einen deutschen Satz und ich verstehe es als einzige, weshalb ich immer lachen muss.

Ausserdem bin ich noch im Basketball und habe hier endlich mal eine Mädchenmannschaft. Die Trainerin ist extrem gut und kann die Sachen super erklären und motiviert das ganze Team wunderbar.

Nachmittags/Abends setze ich mich mit meiner kleinen Schwester und natürlich etwas zum Essen oft in unser ‘Mädelswohnzimmer’ und schaue irgendwas auf Nickelodeon oder DisneyChannel, denn das ist fast das einzige ausser den Nachrichten was an Serien oder Filmen auf norwegisch ist, den die meisten Filme und Serien sind nicht synchronisiert, sondern nur mit norwegischem Untertitel.

Ich bin in der Zeit hier zu einem richtigen Streberchen geworden, ich mache sogar regelmässig (!) Hausaufgaben, was in Deutschland leider kein Standart war 😀 Im Mathetest habe ich auch gleich mal eine 6 abgeholt (6 ist hier wie eine 1 in Deutschland)

Noch ein paar mehr Informationen zur Schule:
Wir haben hier immer 3 Stunden und dann eine ‘grosse’ Pause von einer halben Stunde. Ausserdem haben wir 10 Minuten zwischen den Stunden Zeit um den Raum zu wechseln, von einem Ende der Schule ans andere zu hetzen, weil man mal wieder sein Buch im Schliessfach vergessen hat oder um einfach ein bisschen zu quatschen.
Die Schule fängt um halb 9 frühestens an und man hat nicht länger als 15:30 Schule. (Könnte man auch mal in Deutschland einführen)

Ich belege hier die Fächer Matte R1 (R steht dafür, dass es mehr theoretisch und ein bisschen schwieriger ist als das grundlegende Matte), Fysikk, Kjemi (Chemie), IT, Norsk, Historie und Gym.

Die Lehrer werden hier einfach mit Du und dem Vornamen angesprochen und es man hat ein sehr gutes und lockers Verhältnis zu den Lehrern.
Ausserdem hat man das Gefühl, dass die Lehrer wirklich nur das beste für ihre Schüler wollen.

In den Stunden, in denen ich sowieso nichts vom Unterricht verstehe, wie in Norwegisch, Geschichte oder Chemie, nehme ich mir mein kleine Lehrbuch zur Hand und lerne Grammatik oder Vokabeln, so nutzt man die Zeit sinnvoll! In Chemie rede ich aber oft die ganze Zeit mit meiner Nebensitzerin, weil wir beide absolute Nieten in diesem Fach sind. Ausserdem war sie letztes Jahr Austauschschülerin in den USA und wir tauschen uns gegenseitig über Erfahrungen aus. Auch in den anderen Fachern rede ich viel mit meinen Nebensitzern (natürlich nur, wenn sie dadurch nichts wichtiges verpassen :D).
Oft sizten ein paar Schüler auch mit Kopfhörern im Ohr und dem Kopf auf dem Tisch im Unterricht oder sind auf den verschiedensten Internetseiten unterwegs.

Die Cafeteria hier ist riesig, es gibt hier tausend verschiedene Sachen an Essen und Trinken zu kaufen von belegten Brötchen über Pizza und Muffins bis hin zu Salat (den mischt man sich selbst zusammen, so wie man ihn gerne hätte an einem Buffet).

( hier hat es fast jeden Tag die letzten 3 Wochen einen Regenbogen gegeben)

Nachmittags und Abends gehe ich oft entweder mit einem Hund alleine joggen oder mit meiner Familie mit mehreren Hunden spazieren oder in Hundepark oder ich setze mich aufs Sofa und lese ein Kinderbuch.

Ïch habe hier zwei Mädels in der Strasse, denen man nur eine Nachricht schicken muss mit ‘ey, habt ihr Lust was zu machen’ und schon hat man was zu tun. Das ist super!
Mit den beiden bin ich dann auch auf meine erste norwegische Hausparty gegangen, die ziemlich eskaliert ist, wie das eben üblich ist für grosse Hauspartys. (hier möchte ich einen Gruss an Rebekka loswerden)
Genaue Details lasse ich hier weg, nicht dass Mama noch einen Schreck bekommt 😀

Irgendwann war ich mit meinem Pappa auf der Polizeistation in Steinkjer um mich hier registrieren zu lassen. Steinkjer ist ungefähr 1 ½ Studen mit dem Zug entfernt. Ich habe auf der ganzen Hin- und Rückfahrt nur geschlafen. Dort haben wir ausserdem noch passendes Schuhwerk und notwendige Ausrüstung für mein Jahr hier gekauft (d.h. wasserfeste Joggingschuhe, Wanderschuhe, Regenkleidung und Sportartikel), man muss aber sagen, das shier Outdoorausrüstung nicht teurer als in Deutschland ist und man für nicht allzu viel Geld ausreichendes Material kriegen kann. Die Preise für Kleidung sind auch ungefähr gleich, Essen und Trinken und vorallem Alkohol sind hier sehr, sehr teuer.

Ein grosser Unterschied zu Deutschland ist, dass die Lebensmittelläden unter der Woche zum Grossteil von 7-23 Uhr und samstags von 9-21 Uhr geöffnet haben. Alkohol darf jedoch (zumindest in den Läden in denen ich war) nur bis 20 bzw 18 Uhr verkauft werden.

Mein Fazit zu den ersten drei Wochen: Einfach nur meeeega! 12031630_934940786569930_5525940779873733461_o

Meine erste Woche

3 Wochen im Ausland sind eine lange Zeit und ein Blogeintrag alleine reicht noch lange nicht aus um alles zu erzählen, aber hier der erste Eindruck meines Auslandsjahres:

14.08.2015: Irmi und Familie mit gewohnter Verspätung am Flughafen in Frankfurt. Ab ins Abenteuer!
Mit den anderen AFSern warte ich gespannt am Gate. Alle sind müde aber aufgeregt, voller abenteuerlust und froh, dass das lange warten nun vorbei ist.

Angekommen in Oslo, wo wir das Wochenende über in Arrival Camp haben sollten, durften wir eine halbe Stunde im Flugzeug warten bis eine Treppe zum aussteigen gebracht wurde. 😀 Endlich draussen in Freiheit holen wir unsere Koffer vom Band, wobei ich mir 3 mal den selben falschen Koffer schnappe, weil der Besitzer ebenso wie ich kein Schild angehängt hat und unsere Koffer exakt gleich aussehen. Als ich endlich den richtigen Koffer habe, werden wir auch schon von AFS-Betreuern eingesammelt und zum Treffpunkt gebracht, wo wir die nächsten 4 Stunden auf Austauschschüler aus aller Welt warten.
Ettliche Kekse, Äpfel und Energizer später waren dann endlich alle da, die mit unserem Bus fahren sollten. Auf dem Weg zum Hotel bekamen wir noch einiges über den Ablauf des Wochenendes gesagt. Im Hotel gab es erst einmal Essen, ein grosses Buffet mit riesiger Auswahl, sodass für jeden der 137 Austauschschüler etwas dabei war.

Zu dem Wochenende gibt es nicht viel zu erzählen, jedenfalls nichts was Nicht-Austauschschüler interessiert. Ich habe sehr viele Leute aus aller Welt kennengelernt mit denen ich auch jetzt noch in Kontakt stehe und wir haben grundlegende Dinge besprochen, die wichtig sind, jedoch hatte ich eigentlich alles davon schon auf meiner Vorbereitung in Deutschland gehört.
Aber sowohl in Oslo als auch schon vorher in Deutschland betonten immer alle, dass es sehr schwer sei mit Norwegern in Kontakt zu kommen, da sie gerne unter sich sind und nicht auf Fremde zugehen und eigentlich kein Kontakt zu Fremdlingen haben möchten. Das hat mich ziemlich beunruhigt und ich hatte wirklich ein bisschen Angst davor schwer Freunde zu finden, was sich aber ziemlich schnell als falsch rausstellte, aber dazu später.

Sonntags um 5 Uhr, nachdem in der Nacht noch eine kleine Abschiedsparty gefeiert worden war und ich nicht vor 02:30 Uhr ins Bett gekommen bin, ging es für mich und alle, die in meiner Region (Nord-Trøndelag) ihre Gastfamilien haben, zum Flughafen und ab nach Trondheim.
Dort wurden wir von ehrenamtlichen AFSern eingesammelt und mit einem Bus nach Levanger gefahren, wo wir alle unsere Gastfamilien begrüssen durften. Es war ein ziemlich komisches Gefühl die Halle zu betreten wo alle Familien gewartet haben, das war gleich weg als ich alle Familienmitglieder umarmt hatte und wir ein bisschen geredet haben. Meine Familie war mir schon vorher supersympathisch obwohl ich sie noch nie gesehen hatte und ich wurde nicht enttäuscht. Meine Familie ist sehr, sehr lieb, total herzlich und einfach perfekt J. Ich glaube ich bin hier gut aufgehoben für die nächsten 10 Monate!
Zu meiner Familie: Ich habe hier zwei kleine Schwestern (10 und 12), was ein sehr komisches Gefühl ist, da ich zuhause viele ältere Geschwister habe, eine Katze und vier super süsse Hunde.

Im Anschluss an die Begrüssung haben alle etwas zu essen bekommen und wir Austauschschüler mussten uns alle in einer Reihe aufstellen und uns ganz kurz auf norwegisch vorstellen. Da ging es auch schon ab ins Auto und nach Hause.
Es war eine wunderschöne Fahrt, denn die Landschaft ist sooo atemberaubend! Ein einmaliges Erlebnis! Ich wohne in Stjørdal, einer wunderschön gelegenen kleinen Stadt, in der Nähe von Trondheim. Die erste Mahlzeit in meinem neuen Zuhause war natürlich Pizza (typisch norwegisch :D)

Ich fahre jeden morgen ungefähr 10 Minuten mit dem Fahrrad in die Schule, eine Busstation gibt es hier zwar aber Bus fahren ist sehr teuer (und ungesünder :D)
Am ersten Schultag hatte ich ein Treffen mit den für mich verantwortlichen Lehrern, um zu entscheiden welche Fächer ich besuchen werde und noch ein paar andere Dinge zu klären. Der eigentliche erste Schultag startete danach mit einem Treffen der ganzen Jahrgangsstufe in der Turnhalle, wo der Direktor ein paar aufmunternde aber auch mahnende Worte von sich gegeben hat. Das ganze wurde von zwei Schülern sehr schön musikalisch umrahmt. Im Anschluss gingen wir alle in einen grossen Raum wo wir klassenweise mit Namen aufgerufen und von unseren Klassenlehrern mitgenommen wurden.
Im Klassenzimmer waren Namensschilder auf den Tischen, so dass ich mir keine Gedanken über einen potenziellen Nebensitzer machen musste. Die Schule ist verglichen zu meiner Schule in Deutschland ziemlich gross. Es sind ungefähr 1300 Schüler im Alter von 15-18 Jahren auf der Schule und es gibt viele Wahlmöglichkeiten und spezialisierte Lernzweige (z.B. Gesundheitswesen, Theater, Tanz, Musik, Design, Bau und Technik uvm.) Zwei Mädchen aus meiner Klasse zeigten mir dann die ganze Schule im Kurzrundgang. Was hier anders an der Schule ist: Die Schulstunden gehen nicht nur 45 Minuten sondern 1 Stunde und jeder sitzt hier mit Laptop im Unterricht. Hausaufgaben und andere Informationen werden von den Lehrern über eine Plattform im Internet den Schuelern mitgeteilt.Ausserdem ist hier schriftlich rechnen angesagt, nichts mit GTR oder CAS, wie ich es aus Deutschland gewohnt bin :D.

Alle waren sofort super nett und offen und es war genau das komplette Gegenteil von dem was AFS uns auf den Vorbereitungen erzählt hat (vielleicht ist es in anderen Regionen anders, aber hier trifft es absolut nicht zu).
Das erste was ein Norweger, der Deutsch in der Schule hat/hatte sagt, wenn er erfährt, dass man aus Deutschland ist: ‘isch liebe disch’, hört sich richtig süss an, wenn Norweger deutsch reden.
Am ersten Schultag bin ich gleich nachmittags mit den Mädels aus meiner Klasse an den Strand und wurde gleich integriert. An meinem zweiten Schultag habe ich mich gleich mal in der Schule verlaufen und weil ich noch keine Stundenplan hatte und die Raumnummer vergessen hatte, dauerte es einige Gespräche mit verschiedensten Lehrern, bis mich dann jemand zu meinem Klassenzimmer bringen konnte 😀 Die ganze Woche über habe ich gefühlte 92837492875 neue Gesichter und Namen kennengelernt und mich in den Schulalltag wieder eingelebt. Es ist ziemlich anstrengend so viel Input zu verarbeiten, sodass ich eigentlich immer müde bin, egal zu welcher Uhrzeit ich schlafen gehe.

In der ersten Woche habe ich meine Nachmittage vorwiegend damit verbracht mit google translate und Wörterbuch bewaffnet Kinderbücher zu lesen, Vokabeln zu lernen oder versuchen eine sinnvolle Ordnung in mein Zimmer zu bringen.

An meinem ersten Wochenende wurde hier ein Kulturhaus eröffnet und gross gefeiert, hier habe ich meine ersten wirklich komischen Süssigkeiten gegessen (z.B. gesalzene Lakritz oder Chips mir Schokoladenmantel) am Abend gab es ausserdem ein Feuerwerk.
Die Norweger haben normalerweise 4 Mahlzeiten am Tag, ich habe jedoch (so wie ich es gehört habe geht es auch den anderen Austauschschülern so) mehr als 4 und grosse Mahlzeiten. Ich esse mehr als jemals zuvor in meinem Leben, aber Essen kann so glücklich machen! 😀 Das erste richtig typisch norwegische habe ich auch gleich zum essen bekommen: Brunost (übersetzt: Braunkäse) das ist ein, wie der Name schon sagt, brauner Käse der hier mit Marmelade oder gesüssten Beeren (Himbeere, Johannisbeere) aufs Brot kommt. Sooooooo lecker! Ein einmaliges Geschmackserlebnis. Am Anfang dachte ich mir ‘okay, die Norweger spinnen ein bisschen, das schmeckt nie im Leben’ aber falsch gedacht, es schmeckt superlecker. Was ich hier ausserdem von meiner kleinen Schwester gelernt habe, ist so gut wie alles schokoladige mit Gurke zu essen (Schokokekse, Brot mit einer Art Nutella etc.) auch hier habe ich gedacht, dass das niemals gut sein kann aber probiert es selbst, wahnsinnig gut!

Das war ein kleiner Eindruck meiner ersten Woche, ich hoffe ihr hattet Spass beim lesen! Mehr kommt bald.